Interview

Der Thurgauer Leichtathlet Kariem Hussein über die Coronakrise: «Wenn Not am Mann ist, würde ich einspringen»

Der Spitzensportler und erfolgreiche Medizinstudiumabsolvent Kariem Hussein muss wie viele andere Sportler aufgrund der derzeit anhaltenden Coronaviruspandemie nun ein Jahr länger auf die Olympischen Spiele warten. Im Interview sagt der Thurgauer, wie er mit der aktuellen Situation umgeht und was er macht, um sich weiterhin fit zu halten.

Lea Köppel
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Der Thurgauer Leichtathlet Kariem Hussein trainiert derzeit alleine.

Der Thurgauer Leichtathlet Kariem Hussein trainiert derzeit alleine.

Bild: Reto Martin

Wie sieht derzeit Ihre Trainingssituation aus?

Kariem Hussein: Mein Training besteht aus Kraft- und Bahntraining. Krafttraining ist zu Hause ziemlich gut machbar, dafür bin ich gut eingerichtet. Und beim Bahntraining ist es so, dass die Bahnen öffentlich zugängig sind. Es gilt zu beachten, dass man maximal zu fünft auf dem Platz sein darf. Aber ich trainiere momentan sowieso alleine, deswegen ist das kein Problem.

Die Olympischen Spiele wurden verschoben. Welche Veränderung hat es durch diese Entscheidung bei Ihnen gegeben?

Ich weiss noch nicht, wie die Saison aussieht, ob überhaupt noch ein Rennen stattfindet, aber ich nehme an, dass doch noch welche stattfinden werden. Wir hätten theoretisch noch die Europameisterschaft Ende August, aber ich weiss auch hier nicht mit Sicherheit, ob diese stattfindet. Aber ich zerbreche mir im Moment nicht den Kopf darüber.

Also gehen Sie es derzeit gelassen an?

Ich bin jemand, der versucht, im Hier und Jetzt zu leben und dort den Fokus zu setzen, wo man etwas beeinflussen kann. Das ist im Moment mein Training. Ich bereite mich normal vor, als wären im Sommer ab Juni oder Juli Wettkämpfe. Ich plane darauf, im Juli einzusteigen, und hoffe, dass dann Meisterschaften stattfinden und sich die Situation wieder normalisiert hat.

Wurden Sie aufgrund Ihres Medizinstudiums aufgeboten, als ärztlicher Mitarbeiter mitzuhelfen?

Die Lage in der Ostschweiz scheint bis jetzt noch übersichtlich. Aber es wäre klar, wenn die Nachfrage bestünde und ich Hilfe leisten könnte, würde ich sicher einspringen, wenn Not am Mann ist.

Wie würden Sie die aktuelle Situation um das neuartige Coronavirus einschätzen?

So wie ich das mitbekommen habe, ist es in den vergangenen Tagen, nachdem die Massnahmen verschärft wurden, auf den Strassen und auch auf dem Trainingsplatz viel ruhiger geworden. Ich selbst bin, wenn immer möglich, zu Hause. So wie ich das von aussen und auch im Fernsehen mitbekomme, ist der Appell angekommen und der Grossteil hält sich an die Massnahmen.

In diesem Fall heisst es Abwarten?

Die Wirkung wird sich schlussendlich in den Zahlen zeigen. Dafür gibt es Experten, die ihre Schlüsse ziehen und abhängig davon weitere Entscheidungen treffen müssen. 

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