Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Thurgau kämpft um neue Firmen

Der neue Ansiedlungsreport der Wirtschaftsförderung Thurgau zeigt, dass die Überlebensrate relativ hoch ist.
Stefan Borkert
Die Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen am Standort Thurgau sind attraktiv, finden zumindest: (v.l.) Wirtschaftsförderer Marcel Räpple, Willy Zwahlen (CEO SIS Medical), Beat Weiss (Geschäftsführer V-Zug Immobilien) und AWA-Chef Daniel Wessner. (Bild: Andrea Stalder)

Die Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen am Standort Thurgau sind attraktiv, finden zumindest: (v.l.) Wirtschaftsförderer Marcel Räpple, Willy Zwahlen (CEO SIS Medical), Beat Weiss (Geschäftsführer V-Zug Immobilien) und AWA-Chef Daniel Wessner. (Bild: Andrea Stalder)

Steuerwettbewerb, Handelsstreit und Fachkräftemangel, alle drei Themen beeinflussen den Wettbewerb um die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Thurgau. Wobei die Themen inzwischen unterschiedlich gewertet werden. Daniel Wessner, Leiter des Thurgauer Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA), sagt, dass den Firmen die steuerliche Attraktivität oft weniger wichtig sei wie die Möglichkeit, Fachkräfte zu rekrutieren. Bezüglich des Steuerwettwettbewerbs sei es zu Verschiebungen gekommen, erklärte Wessner an der Präsentation des Ansiedlungsreports der Wirtschaftsförderung Thurgau. Kamen früher von Deutschland viele Unternehmen über die Grenze, so seien dort die Rahmenbedingungen so stark verbessert worden, dass der Zustrom versiegt sei. Hingegen würden sich mehr Schweizer Unternehmen im Thurgau ansiedeln. Leider zeige auch der Handelsstreit bereits direkte Auswirkungen, gerade wegen des Stahlpreises. Dennoch laufe die Wirtschaft im Kanton Thurgau gut. Man habe fast Vollbeschäftigung.

Wessner erklärte weiter, dass der Kanton zahlreiche Standortvorteile biete und davon auch profitiere. Dennoch konnte er sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, denn sowohl der Kanton Thurgau als auch der Bund lassen sich die Tourismusförderung zehnmal mehr kosten wie die Standortförderung. Die Zahlen des von der Wirtschaftsförderung Thurgau veröffentlichten Ansiedlungsreports 2019 spiegeln indessen sowohl den volkswirtschaftlichen Erfolg als auch die Herausforderungen des Standortmarketings. Der Zeitraum des Reports deckt die Jahre 2012 bis 2017 ab. Und enthält damit auch das Jahr des Frankenschocks (2015). Insgesamt verzeichnet der Thurgau in diesem Zeitraum unterm Strich 69 angesiedelte und weiterexistente Unternehmen mit daraus resultierenden immerhin 550 Vollzeitarbeitsstellen.

Überlebensrate liegt bei 75 Prozent

In den berücksichtigten fünf Jahren habe die Wirtschaftsförderung jährlich zwischen 90 und 160 Anfragen, im Durchschnitt also 125 Anfragen pro Jahr, bearbeitet, sagte Marcel Räpple, Leiter der Thurgauer Wirtschaftsförderung. Rund ein Viertel davon sei schliesslich vertieft behandelt worden. Daraus hätten sich zunächst 92 realisierte Ansiedlungen ergeben. «Ende 2017 waren von diesen noch 69 Unternehmen im Thurgau existent», so Räpple weiter. Acht Unternehmen zogen in einen anderen Kanton oder ins Ausland. 15 Unternehmen wurden wieder aufgelöst. «Die Überlebensrate einer neu angesiedelten Firma liegt im Thurgau daher bei rund 75 Prozent und ist somit höher als im Schweizer Durchschnitt», sagte Räpple.

Für die Präsentation des aktuellen Ansiedlungsreports hat das AWA einen Ort mit erfolgreicher Ansiedelung gewählt. Allerdings galt es hier gleich mehrere Hürden zu überwinden. Auf der Grossbaustelle der V-Zug Kühltechnik AG in Sulgen wurde deutlich, welche Faktoren aufeinander abgestimmt sein müssen, bis eine nachhaltige Firmenansiedlung erfolgen kann. Beat Weiss von V-Zug erklärte, dass die Belimed, die ebenfalls zur V-Zug-Gruppe gehört, noch Baulandreserven gehabt habe. Gleichzeitig sei klar gewesen, dass die Kühlschrankproduktion nicht in Arbon bleiben könne. Allerdings musste das Bauland aus der Landwirtschaftszone herausgenommen werden, dies trotz Moratorium. Die Umzonung gelang. Insgesamt investiert V-Zug nun in Sulgen gegen 80 Millionen Franken. Alle 150 Arbeitsplätze aus Arbon sollen erhalten bleiben. Für Wirtschaftsförderer Räpple ist dies auch ein Beispiel, wie sich die Wirtschaftsförderung nicht nur im neue Firmen bemüht, sondern auch ansässige Unternehmen pflegt und unterstützt.

Ein Beispiel gelungener Ansiedlung ist schliesslich auch die SIS Medical AG in Frauenfeld. Das Unternehmen der Medtech-Branche ist 2016 in die Kantonshauptstadt gezügelt und wächst seither. In drei bis fünf Jahren werde der Mitarbeiterbestand wohl verdoppelt, sagt CEO Willy Zwahlen. Der Standort in Frauenfeld sei ideal für das Unternehmen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.