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Der «Tango» wird zum Stadttram – zwischen St.Gallen und Teufen fährt er künftig im Viertelstundentakt

Zwischen St.Gallen und Teufen fahren die Appenzellerbahnen ab Montag alle 15 Minuten. Damit entsteht auch eine attraktive innerstädtische Verbindung. Die Stadt hofft auf weniger Autoverkehr.
David Gadze
Die Appenzeller Bahnen verbinden ab Montag das Riethüsli und die Notkersegg im Viertelstundentakt. (Bild: Michel Canonica (7. Februar 2019))

Die Appenzeller Bahnen verbinden ab Montag das Riethüsli und die Notkersegg im Viertelstundentakt. (Bild: Michel Canonica (7. Februar 2019))

In wenigen Tagen gibt es eine wichtige Verbesserung für den öffentlichen Verkehr in der Stadt St. Gallen und der Region: Am kommenden Montag führen die Appenzeller Bahnen zwischen St. Gallen und Teufen den Viertelstundentakt ein. Zu Hauptverkehrszeiten – also ungefähr von 6 bis 8 Uhr morgens, von 11.30 bis 14 Uhr mittags und von 16 bis 19 Uhr abends – fahren die Züge zwischen Trogen und Teufen durchgehend alle 15 Minuten.

Im vergangenen Oktober haben die AB den Ruckhaldetunnel eröffnet und im Dezember die beiden Teilstrecken von St.Gallen nach Appenzell respektive nach Trogen zur Durchmesserlinie verknüpft. Mit Auslieferung aller elf «Tango»-Züge folgt nun der nächste Schritt. Und er ist ebenso wichtig.

Christian Hasler Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt der Stadt St. Gallen

Christian Hasler
Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt der Stadt St. Gallen

Ein Tram zwischen Riethüsli und Notkersegg

Der Viertelstundentakt zwischen Teufen und Trogen hat für die Stadt St. Gallen eine besondere Bedeutung: Damit entsteht zwischen dem Riethüsli und der Notkersegg eine attraktive innerstädtische Verbindung, die fast einem Tram gleichkommt.

Schon seit Dezember gibt es die schnelle und direkte Verbindung zwischen dem Riethüsli und dem Marktplatz oder dem Spisertor, ab kommender Woche fahren die Züge noch öfter. Für den ÖV in St. Gallen sei das «ein Quantensprung», sagt Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt.

Bisher hätten die AB den Charakter einer Ausserortsbahn gehabt. Dank der Verbindung der beiden Teilstrecken von St. Gallen nach Appenzell respektive nach Trogen und des Viertelstundentakts auf beiden Ästen bekomme sie eine wichtige innerstädtische Funktion.

In der Stadt St. Gallen scheint die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen drei Monate nach der Einführung jedenfalls bereits gut anzukommen. Für Aussagen zur Entwicklung der Passagierzahlen sei es noch zu früh, sagt AB-Mediensprecherin Sabrina Huber. «Wir haben aber den Eindruck, dass innerhalb der Stadt mehr Fahrgäste mit den Zügen unterwegs sind als früher.»

Stadt hofft auf Umstieg vom Auto auf den ÖV

Das Ziel muss nun sein, mit dem Viertelstundentakt zwischen St. Gallen und Teufen auch die Passagierzahlen auf diesem Abschnitt zu erhöhen. Denn mit dem «sehr guten Angebot», wie es Christian Hasler nennt, verbinde die Stadt auch die Hoffnung, mehr Personen zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen.

Eine 2005 unter der Federführung der Stadt erarbeitete Machbarkeitsstudie für die AB-Durchmesserlinie habe eine Nachfragesteigerung von 50 Prozent auf der ganzen Strecke von Teufen nach Trogen prognostiziert. Bis sich ein neues ÖV-Angebot auf die Passagierzahlen auswirke, dauere es allerdings zwei bis drei Jahre, sagt Hasler. Das Tiefbauamt werde die Verkehrsentwicklung auf der Teufener Strasse jedenfalls genau beobachten.

Die Kehrseite der Medaille aus städtischer Sicht: Mit dem neuen Angebot wird die nahe gelegene Steueroase Teufen als Wohnort noch attraktiver. Christian Hasler streitet das nicht ab, betont jedoch, dieselbe Verbesserung gelte auch fürs Riethüsli.

Viertelstundentakt nach Gais ist noch kein Thema

Das neue Angebot wird sich auch auf die Busverbindungen auswirken: Geplant ist laut Hasler, die Postautolinie 180, die von Herisau über Hundwil und Stein AR zum St. Galler Hauptbahnhof führt, ab Ende 2021 in der Lustmühle wenden zu lassen. Passagiere müssten also dort auf die Züge der AB umsteigen. Infolge der Fahrplananpassung wegen der neuen Haltestelle im Güterbahnhofareal, die ebenfalls Ende 2021 fertig sein soll, würden dann schlanke Anschlüsse zum und vom Hauptbahnhof möglich.

Ausserdem führen die AB am kommenden Montag zwischen St. Gallen und Appenzell zwei neue Schnellzüge ein, einen am Morgen um 5.59 Uhr ab Appenzell, und einen um 18.11 Uhr ab St. Gallen. Beide verkehren von und nach Trogen. Um 5.35 Uhr fährt ein zusätzlicher Zug von Gais nach St. Gallen und weiter nach Trogen. Die Abfahrtszeiten an allen Haltestellen zwischen dem Marktplatz und Schützengarten in Speicher ändern im Minutenbereich.

Eine Ausdehnung des Viertelstundentakts bis nach Gais sei zum jetzigen Zeitpunkt «noch kein konkretes Thema», sagt AB-Mediensprecherin Sabrina Huber. Sobald sich eine entsprechende Nachfrage abzeichne, müsse man diese Frage in Absprache mit den Bestellern – also mit dem Bund und den Kantonen – vertiefen. Nebst betrieblichen, spielten dabei auch infrastrukturelle Überlegungen eine Rolle, etwa zusätzliche Kreuzungsstellen oder neue Züge. Ob ein Viertelstundentakt zwischen Gais und Trogen mit den im Einsatz stehenden elf «Tango»-Zügen möglich wäre, hänge «vom restlichen Fahrplangefüge» ab.

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