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Der Strahlemann aus Bichelsee

Hans Leutenegger – besser bekannt als Hausi – blickt auf ein risikoreiches, aber schönes Leben zurück. Früh übt sich: Der Familienchef fährt leidenschaftlich gerne Rennvelo, zieht Herdöpfelstock dem Kaviar vor und ist eine Leseratte.
Janine Bollhalder
Hausi Leutenegger macht gerne Sprüche. (Bild: Donato Caspari)

Hausi Leutenegger macht gerne Sprüche. (Bild: Donato Caspari)

Sie haben weltweit viele Wohnsitze. Wo halten Sie sich bevorzugt auf?

Hausi Leutenegger: Im Winter bin ich sehr gerne auf den Kanarischen Inseln in Maspalomas. Den Sommer verbringe ich im waadtländischen Rolle am Genfersee. Ich habe auch Wohnungen in Freienbach, Crans-Montana und in Wil. Und ich bin gerne im Thurgau, schliesslich bin ich Ehrenbürger von Bichelsee-Balterswil.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Ich gehe gerne nach Gottlieben und esse im Restaurant Drachenburg am See. Und wenn ich hier in der Gegend bin, geniesse ich einen Cervelatsalat bei Dorli Büchi. Sie ist die Wirtin des Restaurants Frohsinn in Anetswil.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Jedes Jahr fahre ich 3000 Kilometer mit meinem Rennvelo und bin ein guter Golfer. Bewegung ist sehr wichtig für mich.

Haben Sie ein Morgenritual?

Ja...

Jeden Morgen mache ich 30 Liegestützen und trinken einen Schluck Appenzeller.

Das macht mich richtig frisch und gibt einen herrlichen Geschmack im Mund.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Ich bin offizieller Olma-Botschafter und gehe jedes Jahr an die Olma. Zusammen mit meinen Freunden probiere ich mich durch alle Essensangebote und verspeise während dieser Zeit mindestens fünf Bratwürste – ohne Senf natürlich. Übrigens: Die beste Bratwurst gibt es bei der Metzgerei Schmid in St. Gallen. Nach dieser Völlerei gehe ich stets nach Oberstaufen, wo ich eine Abnehmkur mache.

Was haben Sie als Kind am liebsten gegessen?

Das Gleiche, was heute noch mein Lieblingsgericht ist: Herdöpfelstock und Hackbraten. Das gab es jeden Sonntag und wenn nicht, waren wir acht Kinder wütend.

Wie unterhalten Sie sich während Ihrer Reisen?

Ich liebe Schweizer Musik: Im Auto höre ich Trauffer oder Bligg – das sind meine Freunde. Ich höre aber auch sehr gerne Schlager, zum Beispiel meinen Freund Hansi Hinterseer. Wenn ich im Flieger unterwegs bin, lese ich Zeitungen. Die «Thurgauer Zeitung» habe ich abonniert. Aber die beste Sportzeitung ist der «Blick».

Haben Sie ein heimliches Hobby?

Ich bin eine Leseratte! Ich liebe die Ruhe beim Lesen, da lasse ich mich nicht stören. Ich habe im Jahr 2009 selber eine Biografie veröffentlicht – in drei Sprachen. Sie verkauft sich heute noch gut.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Ich mag den Namen Anton. Aber mein Leben würde ich niemandem empfehlen: Meine Karriere als Sportler hat mir viel gegeben – auch Schmerzen. Ich war oft im Spital. Ein Beispiel: Nach dem Gewinn meines Olympiatitels flog ich nach Tokio, Japan und erlitt dort eine doppelte Lungenentzündung. Ich war drei Wochen im Spital.

Hausi Leutenegger verrät: «Ich mache unglaublich viele Selfies mit meinen Fans.» (Bild: Donato Caspari)

Hausi Leutenegger verrät: «Ich mache unglaublich viele Selfies mit meinen Fans.» (Bild: Donato Caspari)

Haben Sie Haustiere?

Ich hatte früher Hunde. Aber diese waren immer so traurig, wenn ich verreiste. Daher will ich momentan keine Tiere. Vielleicht später wieder, dass ich jeden Morgen mit meinem Hund spazieren gehen kann.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Ich bin Katholik und habe immer Weihwasser im Auto.

Worauf freuen Sie sich an einem freien Wochenende?

Ich muss nicht mehr arbeiten, aber ich nehme Verpflichtungen wahr. Und ich gehe jeden Sonntagmorgen um neun Uhr in die Kirche. Apropos Veranstaltungen: Ich werde am 1. August im Thurgau eine Rede halten. Und am nächsten Tag zum ersten Mal in meinem Leben auf den Säntis fahren.

Lügen Sie manchmal?

Ja, aber nur Notlügen. Aber ich bekomme immer ein schlechtes Gewissen und entschuldige mich dann bei Gelegenheit.

Welches war Ihr erster Traumberuf?

Ich wollte Maurer werden, wie mein Onkel. Aber ich wünschte mir auch, ins Ausland gehen zu können. Deswegen wurde ich Schlosser, denn so konnte ich auf Montage.

Haben Sie ein Vorbild?

Jeder hat ein Vorbild. Meines ist der Rennvelofahrer Ferdy Kübler. Ich bewundere, wie erfolgreich er war.

Was schätzen Sie an Ihrer Partnerin besonders?

Meine Frau lässt mich leben, denn man kann mich nicht anbinden. Sie weiss, dass sie sich immer auf mich verlassen kann.

Mit wem würden Sie gerne eine Flasche Wein trinken?

Mit Christoph Blocher. Ich bin ein grosser Fan.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Als Pilot. Dieser Beruf erfordert einen ruhigen Charakter, was ich nicht habe. Aber diese jungen Militär«burschte» sind meine Helden.

Was möchten Sie unter allen Umständen in diesem Leben noch machen?

Im Alter werden die Wünsche kleiner. Ich habe schon so vieles erlebt und war praktisch überall. Ich bin glücklich, wenn ich noch ein paar Jahre an die Olma gehen kann und als Bratwurstkönig gefeiert werde.

Wie lautet der Filmtitel Ihres ­Lebens?

Hans im Glück. (lacht)

Wer soll Ihre Rolle spielen?

Stefan Gubser. Als RTL vor fünf Jahren einen Film über mich drehen wollte, habe ich ihn bereits vorgeschlagen. Aber das hat nicht geklappt.

Was finden Sie gut an sich?

Meinen Humor. Und ich bin stolz, dass ich vielen Menschen zu einem schöneren Leben verhelfen konnte.

Was würde Ihre Mutter über Sie sagen?

Sie sagte immer: «Hansi, du bist ein Grosser.» Ich war der Chef der Familie!

Wann können Sie ruhig einschlafen?

Seit ich die Leitung meiner Unternehmung an Urs Vögele abgegeben habe. Ich hatte viele sehr schöne, aber auch unschöne Momente. Ich habe acht Monteure verloren. Es ist unglaublich schwierig, einer Braut drei Wochen vor der Hochzeit zu sagen, dass ihr Mann verstorben ist.

Geld ist für Sie kein Problem. Von welchem Kauf träumen Sie?

Ich weiss gar nicht mehr, was ich mir kaufen soll. Vor kurzem wollte ich mir ein Velo zulegen, meine Freunde sind mir aber zuvorgekommen und haben mir ein neues geschenkt.

Unter welchem Spitznamen kennen Ihre Freunde Sie?

Meine Freunde nannten mich: Millionen-Hausi, Gold-Hausi, Film-Hausi oder Bob-Hausi.

Welche Eigenschaften haben Sie von Ihren Eltern?

Ich bin genau so ungeduldig wie mein Vater und grosszügig wie meine Mutter.

Worüber kann man mit Ihnen nicht reden?

Über Geld. Es genügt, was die Bilanzzeitungen berichten.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Er war ein bisschen verrückt, aber der Erfolg gab ihm recht.

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