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Der St.Margrether Gemeindepräsident Reto Friedauer will nur eines: «Dank Stadler die nächste Rakete zünden»

Der Zuzug des Schienenfahrzeugbauers Stadler löst in St.Margrethen weitere Impulse aus. Fast alle der 1400 Beschäftigten inklusive Temporärkräfte zügeln ihre Stelle auf das Altfeld-Areal, nur ein kleiner Teil bleibt in Altenrhein.
Christoph Zweili
Auf dem riesigen Dach werden die ersten Solarpanels installiert. (Bild: Urs Bucher)

Auf dem riesigen Dach werden die ersten Solarpanels installiert. (Bild: Urs Bucher)

35 000 Quadratmeter Produktionsfläche in fast 20 Meter hohen Industriehallen; die Dächer teils begrünt, teils mit Solaranlagen bedeckt, die mit einem Megawatt Leistung so viel Strom wie 200 Einfamilienhäuser verbrauchen und damit einen Viertel des eigenen Strombedarfs abdecken. Im Innern acht Krananlagen, die 200 Tonnen Gewicht heben. Über 100000 verbaute Kubikmeter Beton und 2500 Tonnen Stahl (mehr als im Kybunpark St. Gallen).

Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)
Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)
Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)Das Aufrichtbäumchen auf dem Weg nach oben. (Bild: Urs Bucher)
Das Aufrichtebäumchen auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes. (Bild: Urs Bucher)Das Aufrichtebäumchen auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes. (Bild: Urs Bucher)
Das Richtspruch-Verlesen will mit Weisswein begleitet sein. (Bild: Urs Bucher)Das Richtspruch-Verlesen will mit Weisswein begleitet sein. (Bild: Urs Bucher)
22 000 Quadratmeter des Daches werden begrünt und mit rund 6000 Quadratmetern Solarpanels bestückt.(Bild: Urs Bucher)22 000 Quadratmeter des Daches werden begrünt und mit rund 6000 Quadratmetern Solarpanels bestückt.(Bild: Urs Bucher)
Das riesige Dach: Noch fehlt die Begrünung. (Bild: Urs Bucher)Das riesige Dach: Noch fehlt die Begrünung. (Bild: Urs Bucher)
Fast 20 Meter hohe Montagehalle auf dem Altfeld-Areal. (Bild: Urs Bucher)Fast 20 Meter hohe Montagehalle auf dem Altfeld-Areal. (Bild: Urs Bucher)
Im September wird die erste Halle bezogen. (Bild: Urs Bucher)Im September wird die erste Halle bezogen. (Bild: Urs Bucher)
Kranarbeiten in grosser Höhe. (Bild: Urs Bucher)Kranarbeiten in grosser Höhe. (Bild: Urs Bucher)
Arbeiter in der Montagehalle. (Bild: Urs Bucher)Arbeiter in der Montagehalle. (Bild: Urs Bucher)
2500 Tonnen Stahl (mehr als im Kybunpark St.Gallen) wurden verbaut. (Bild: Urs Bucher)2500 Tonnen Stahl (mehr als im Kybunpark St.Gallen) wurden verbaut. (Bild: Urs Bucher)
Arbeiter in der Montagehalle. (Bild: Urs Bucher)Arbeiter in der Montagehalle. (Bild: Urs Bucher)
Ein Geschenk vom St.Margrether Gemeindepräsident Reto Friedauer an Peter Spuhler: So hat einst das Altfeld-Areal ausgesehen. (Bild: Urs Bucher)Ein Geschenk vom St.Margrether Gemeindepräsident Reto Friedauer an Peter Spuhler: So hat einst das Altfeld-Areal ausgesehen. (Bild: Urs Bucher)
14 Bilder

Rundgang im fast fertiggestellten Propduktionswerk

Reto Friedauer, Gemeindepräsident St.Margrethen.

Reto Friedauer, Gemeindepräsident St.Margrethen.

Das alles in 14 Monaten: Das neue 85-Millionen-Produktionswerk von Stadler hat gigantische Dimensionen. Es ist erst Aufrichte und doch wähnt sich der Besucher bereits in einem mächtigen Bahnhof: Bald werden hier mächtige Doppelstock-Triebzüge zusammengebaut, die dank des Gleisanschlusses zum Bahnhof St. Margrethen direkt aus der Halle rollen werden. «Es ist der Lottosechser für St. Margrethen», hatte Gemeindepräsident Reto Friedauer am Spatenstich im Juli 2018 gejubelt. Damals war es eine Anspielung auf die Steuerkraft in der Gemeinde: St. Margrethen erhält durch den Umzug von Altenrhein rund 900 neue, hochwertige Arbeitsplätze. Friedauer jubelte auch an der Aufrichte, diesmal wegen der katalytischen Wirkung des Stadler Produktionswerks. «Das löst Impulse aus, die es bisher so noch nie gegeben hat.»

Altfeld-Areal praktisch vollbelegt

Das mit 65000 Quadratmetern riesige Altfeld-Areal war zuletzt in den 1990-er Jahren von der Landeigentümerin Hiag für die Holzindustrie genutzt worden. Mit dem Stadler-Zuzug sei die grösste Industriebrache im Kanton St. Gallen «praktisch belegt», sagt Friedauer. Einen letzten Spickel habe kürzlich das Bundesamt für Bauten und Logistik gekauft; es gebe Pläne, die Lastwagen-Verzollung künftig hier, in der Nähe der Autobahn-Ausfahrt, abzuwickeln. St. Margrethen habe eine industrielle Vergangenheit: «Wir haben noch andere Brachen. Stadler ist die Rakete, mit der wir weitere Projekte zünden wollen.»

St.Galler Volkswirtschaftschef Bruno Damann.

St.Galler Volkswirtschaftschef Bruno Damann.

Benedikt Würth, St.Galler Finanzchef und Ständerat.

Benedikt Würth, St.Galler Finanzchef und Ständerat.

Für Volkswirtschaftschef Bruno Damann ist es wichtig, «dass Stadler im Kanton St.Gallen geblieben ist». Finanzchef und Ständerat Benedikt Würth, der derzeit zwischen Bern und der Ostschweiz hin und her pendelt und sich damit «in verschiedenen Gefühlswelten bewegt», wie er sagt, schwärmt: «Stadler ist eine Industriegruppe, die aber ihren KMU-Spirit erhalten hat. Eine Ostschweizer, eine St. Galler und eine Thurgauer Erfolgsstory.»

Und noch einer freut sich, ganz im Stillen – Hans Kubat, der pensionierte CEO von Stadler Altenrhein. Denn hier wurde der Grundstein für den Erfolg von Stadler gelegt – ein Unternehmen, das von 155 Mitarbeitenden im Jahr 1997 auf heute 1400 gewachsen ist.

Kampf um Wettbewerbsfähigkeit

Der Bau des neuen Stadler-Werks in St. Margrethen ist weit fortgeschritten. Knapp 14 Monate nach dem Spatenstich stehen die Gebäudehüllen der Produktions-, Montage- und Lagerhallen samt Dach. Auch das Bürogebäude ist auf gutem Weg. Schon Ende September sollen die ersten 40 Mitarbeitenden mit der Herstellung neuer Züge beginnen, wie Verwaltungsratspräsident und Ankeraktionär Peter Spuhler sagt.

Komplett bezogen werden alle Werk- und Büroräume laut Plan im ersten Semester 2020. An den neuen, 85 Millionen Franken teuren Standort, der Stadler Rheintal heisst, zügelt der Konzern sukzessive den Grossteil des alten Werks in Altenrhein, das als Kompetenzzentrum für Doppelstöcker dient. Die dort gemieteten Hallen, die wegen zu gerin­ger Höhen und suboptimaler Raumaufteilung keine effiziente Produktion erlauben, muss Stadler spätestens bis März 2021 räumen. Bis dahin werden in Altenrhein laufende Aufträge abgearbeitet. Am alten Standort bleiben 50 bis 100 Mitarbeitende in der Kastendetailfertigung.

Spuhler: «Ein Stellenabbau ist kein Thema»

(T.G.) Alle anderen der in Altenrhein aktuell 1400 Beschäftigten inklusive Temporärkräfte zügeln ihre Stelle nach St.Margrethen. Spuhler erhofft sich ne­ben einem etwas tieferen Kostensatz erhebliche Effizienzgewinne. Diese seien auch nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit am Werkplatz und Hochlohnstandort Schweiz zu verteidigen, zumal seit einigen Wochen der Franken wieder noch mehr zur Stärke neigt.

Spuhler zeigt sich dennoch guten Mutes; ein Stellenabbau sei kein Thema, und die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Zudem laufen gewichtige Ausschreibungen etwa in Österreich (ÖBB, Westbahn) oder Dänemark (mindestens 100 Züge), bei denen Stadler mitbietet. Wenig beeindruckt zeigt sich Spuhler davon, dass der chinesische Bahnkoloss CRRC die Vossloh-Fabrik in Kiel kauft. Diese sei nur für kleine Verschiebeloks geeignet, nicht aber für den Bau von Streckenloks oder gar von Zügen. Zwar ergattere CRRC so Know-how über die komplexen Zulassungsprozesse in Europa, doch dieses könnte man auch bei externen Büros beziehen. Spuhler: «Wir nehmen CRRC ernst, aber unsere Hauptrivalen bleiben Alstom, Bombardier, CAF oder Siemens.»

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