GLOSSE
Der Staat drückt sich um seine Verantwortung

ResTZucker: Wer bringt die Kuh-Bags der Kreuzlinger zur Entsorgungsstelle? Und wer unternimmt etwas gegen die Randständigen am Weinfelder Bahnhof? Zwei klare Fälle von Staatsversagen.

David Angst
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Der Staat wäre eigentlich dafür da, die Probleme der Einwohner zu lösen. Leider ist das viel zu oft nicht der Fall. Ein Beispiel: Es gibt zwar diese praktischen Kuh-Bags, in denen man Plastikmüll entsorgen kann. Wie sie aber zurück in den Entsorgungshof kommen, ist dem Staat völlig wurst. Es muss sich deshalb keiner wundern, dass manche Leute ihren Müll einfach in der Wohnung behalten oder ihn im Wald verbrennen. Dagegen kämpft nun die SP Kreuzlingen an. Sie fordert eine kommunale Kuh-Bag-Tour. Bravo. Endlich macht mal jemand etwas gegen den Behördenminimalismus.

Es sind übrigens nicht nur die Linken, die finden, der Staat drücke sich um seine Verantwortung. In Weinfelden ist es die SVP. Sie prangert die Zustände am Bahnhof an, wo Asylanten und Randständige herumlungern. Der Gemeinderat, das Sozialamt und die Kantonspolizei schauen tatenlos zu. Man könnte bald meinen, Weinfelden sei die Bronx. Das Staatsversagen hat dazu geführt, dass die Randständigen selber eine Bürgerwehr gegründet haben, um die Querulanten zu disziplinieren, wie uns ein Insider verraten hat. So weit sind wir also schon. Das Problem sind nämlich nicht die einheimischen Randständigen, sondern die aus Amriswil, Frauenfeld oder Kreuzlingen. Woran erkennt man eigentlich «Randständige»? Das sind Leute, welche am Kiosk zwei Büchsen Bier kaufen und gleich am Bahnhof trinken, anstatt sie nach Hause mitzunehmen.

Bei den Asylanten ist es ähnlich. Es sind nicht die einheimischen Eritreer, welche Probleme machen, sondern die Frauenfelder, Amriswiler und Kreuzlinger Eritreer. Aber das ist vermutlich für einen von der SVP schwer zu differenzieren.