«Der Ruf ist dahin, wenn es auskommt»

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Gastronomie Ruedi Bartel ist Präsident von Gastro Thurgau. Was sagt er dazu, dass Schmuggelfleisch laut den Be­hörden teils auf Tellern von Schweizer Restaurants landet? «Gastronomen, die Schmuggelfleisch anbieten, haben wohl ohnehin Probleme, zu überleben. An­dere Betriebe können sich das nicht erlauben – das Risiko ist zu gross, der Ruf dahin, wenn es auskommt.» Die Versuchung, speziell im grenznahen Thurgau, sei aber gross: «In Deutschland kostet das Fleisch, verglichen mit hierzulande, einen Drittel. Und es gibt eine grüne Grenze.» Deshalb sei der Einkaufstourismus und, damit verbunden, auch der Fleischschmuggel im Thurgau wohl intensiver als anderswo.

Speziell aufklärend wirkt Gastro Thurgau bei seinen Mitgliedern aber nicht: «Jeder muss selbst wissen, was er macht – es sind alle alt genug», so Bartel. Verbandsausschlüsse drohen fehlbaren Restaurantbetreibern im Thurgau laut Bartel nicht – ausser der Schmuggel wäre im grossen Stil betrieben worden.

«Ich erinnere mich an einen Fall von Fleischschmuggel durch einen Gastrobetrieb im Kanton St. Gallen vor etwa 15 Jahren. Er diente der Branche als abschreckendes Beispiel.» Das sagt Walter Tobler, Präsident von Gastro St. Gallen, mit Verweis auf die ausgesprochene ­Busse sowie die Reputation des Lokals, die dahingewesen sei. Deshalb geht er davon aus, dass Fleischschmuggel durch Restaurantbetreiber im Kanton St. Gallen kein Thema mehr ist – Einzelfälle ausgenommen. Auch er sieht keine Notwendigkeit, die Verbandsmitglieder auf die Illegalität von Fleischschmuggel hinzuweisen: «Ich glaube nicht, dass wir ­ihnen sagen müssen, dass man das nicht macht – das weiss man.» (dwa)