«Der Prozess war belastend»

ST.GALLEN/WEINFELDEN. Der Kanton Thurgau wollte der Weinfelderin Lisa Brun die Ausbildung im Kanton St. Gallen nicht bezahlen. Die junge Frau wehrte sich und ging vor Verwaltungsgericht. Jetzt hat sie Recht bekommen.

Sebastian Keller
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Belohnte Mühen: Lisa Brun (rechts) und ihre Mutter haben vor dem Verwaltungsgericht Thurgau gewonnen. (Bild: Luca Linder)

Belohnte Mühen: Lisa Brun (rechts) und ihre Mutter haben vor dem Verwaltungsgericht Thurgau gewonnen. (Bild: Luca Linder)

Jetzt kann Lisa Brun aus Weinfelden wieder strahlen – doch das ist nicht selbstverständlich, denn hinter ihr liegt ein rechtlicher Prozess. Vor einem Jahr begann die heute 20-Jährige ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau HF mit der Vertiefungsrichtung Kind, Jugendliche, Frau und Familie (KJFF) am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen. Diesen Schwerpunkt gibt es im Kanton Thurgau nicht.

Der Thurgau beschied der Familie aber, dass sie die Studiengebühren selbst berappen müsse. Nun hat das Verwaltungsgericht des Kantons anders entschieden. Demnach muss das Amt für Mittel- und Hochschulen die Studiengebühren von rund 13 000 Franken pro Jahr – insgesamt 39 000 Franken für drei Jahre – bezahlen.

Der Kanton Thurgau erwies sich als sportlicher Verlierer: «Die bereits bezahlten Studiengebühren bekamen wir sofort zurück», sagt Brigitte Brun, die Mutter der angehenden Pflegefachfrau. SVP-Regierungsrätin Monika Knill schätzt den Fall so ein, dass das Gericht vorsorglich einer interkantonalen Vereinbarung über die höheren Fachschulen entschieden habe, die noch gar nicht in Kraft ist. An der Finanzierbarkeit dieser Durchlässigkeit arbeiten die Kantone derzeit.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 16. März.