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Diese Distanzen ist die St.Galler Bevölkerung bereit, zurückzulegen – im Notfall, zum Spezialisten, bei einem ambulanten Eingriff

Die neue Spitalstrategie der St.Galler Regierung wird teils harsch kritisiert. Nationale Umfragen zeigen, welche Distanzen Patientinnen und Patienten bereit sind zurückzulegen - bei planbaren Eingriffen, bei einer Geburt, im Notfall.
Regula Weik
Für Eingriffe von Spezialisten sind Patienten bereit, längere Wege zurückzulegen.

Für Eingriffe von Spezialisten sind Patienten bereit, längere Wege zurückzulegen.

Die St.Galler Regierung will fünf Regionalspitäler im Kanton schliessen. In Altstätten, Flawil, Rorschach, Walenstadt und Wattwil sollen regionale Gesundheits- und Notfallzentren entstehen. Die stationäre Grundversorgung wird auf vier Standorte konzentriert, und zwar auf St.Gallen, Wil, Uznach und Grabs. Diese Strategie wirft hohe Wellen – in den betroffenen Regionen, bei Personalverbänden und bei der Linken.

Die Regierung dürfte damit gerechnet haben; sie hat gleichzeitig mit der Strategie drei Ziele definiert, drei Versprechen abgegeben:

  • Der Rettungsdienst ist in 90 Prozent der Fälle in maximal 15 Minuten bei der Patientin oder dem Patienten.
  • Die Fahrzeit zum nächsten Notfallzentrum beträgt maximal 20 Minuten.
  • Die Fahrzeit zum nächsten St.Galler Spital beträgt höchstens 30 Minuten.

Reicht dies, um Rheintaler, Toggenburger und Sarganserländer zu überzeugen, dass ihre Gesundheitsversorgung auch künftig und trotz der Spitalschliessungen gut ist? Umfragen des Spitalverbandes H+ zeigen, welche Distanzen die Bevölkerung zurückzulegen bereit ist – im Notfall, zum Spezialisten, bei einem ambulanten Eingriff. Die wichtigsten Ergebnisse:

Wie nahe muss das Spital im Notfall sein?

Bei einem Notfall wünschen die Befragten regionale Angebote in der Nähe. Für 50 Prozent muss eine Notfallversorgung innert 15 Minuten erreichbar sein, weitere 44 Prozent akzeptieren maximal eine halbe Stunde Anfahrtszeit.

Wie rasch muss bei einer Geburt das Spital erreichbar sein?

Mehr als die Hälfte der Befragten akzeptiert bei einer Geburt einen Weg von 45 Minuten: Für 21 Prozent ist eine halbe Stunde, für 16 Prozent eine Dreiviertelstunde und für 15 Prozent ist eine Viertelstunde die Obergrenze. Eine gewichtige Minderheit von 46 Prozent ist aber auch mit einer Wegzeit von einer Stunde oder mehr einverstanden.

Wie lange darf die Fahrzeit bei wiederkehrenden Behandlungen sein?

Für mehrmals wöchentlich wiederkehrende ambulante Behandlungen akzeptiert mehr als die Hälfte eine Fahrzeit von 30 bis 45 Minuten. 34 Prozent lassen eine halbe Stunde zu, 21 Prozent eine Dreiviertelstunde. Nur für 10 Prozent muss die Fahrzeit unter einer Viertelstunde liegen.

Wie nahe muss das Spital bei einem einmaligen Eingriff sein?

Für einen einmaligen chirurgischen Routineeingriff nehmen zwei Drittel der Befragten längere Wege in Kauf: Für 32 Prozent ist eine einstündige Wegzeit in Ordnung, 30 Prozent geben eine Dreiviertelstunde oder eine kürzere maximale Reisezeit an.

Wie weit sind Patienten bereit, zum Spezialisten zu fahren?

Die weitesten Distanzen akzeptieren die Befragten bei einem einmaligen spezialisierten Eingriff: 34 Prozent erachten eine Reisezeit von zwei oder mehr Stunden als akzeptabel, 26 Prozent geben gar an, dass die Distanz zum Spital gänzlich unwichtig ist. Eine Minderheit von 40 Prozent setzt die Obergrenze bei einer Stunde Reisezeit oder darunter an.

Erkenntnis

Die Regierung liegt mit ihrer «15-20-30-Versorgungsregel» in vielen Fällen nicht allzu fern von den Umfrageergebnissen.

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