Der neue Kantönligeist

«ResTZucker»: Einkaufstourismus einmal anders. Dank dem Zürcher Maskenentscheid.

David Angst
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David Angst.

David Angst.

Ralph Ribi

Der Thurgau bereitet sich vor auf die Einkaufstouristen. Endlich kommen sie einmal zu uns, nachdem in den Zürcher Läden Maskenpflicht gilt. Der Kantönligeist erhält dank Corona eine völlig neue Dimension.

Sogar in Belgien kennt man jetzt den Unterschied zwischen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, denn die reformierten Appenzeller sind anfälliger auf Corona als die katholischen. Deshalb ist Ausserrhoden in Belgien auf die orange Liste gekommen. Wenn nun ein Belgier ins Appenzeller Bähnli steigt, muss er grausam aufpassen, dass er nicht am falschen Ort aussteigt. Sonst heisst das zwei Wochen Quarantäne.

Der Thurgau ist übrigens auch auf der Liste. Niemand weiss, warum. Eine Retourkutsche, wie es Regierungsrat Urs Martin vermutet, ist es sicher nicht. Schliesslich hat in der letzten Zeit kein Thurgauer jemandem etwas zuleide getan. Nicht einmal Urs Martin. Diana Gutjahr schüttet im Gewerbeverband die Gräben zu, statt zu einer Kampfwahl anzutreten. Peter Spuhler, ihr politischer Götti, hütet sich, in Weissrussland irgendwelche Gräben aufzureissen.

Der einzige, der aus der Reihe tanzt – pardon, aus dem Boot aussteigt –, ist der Ruderer Nico Stahlberg. Er hat sich mit dem Schweizer Ruderverband überworfen und ist nun aus dem Nationalkader geworfen worden. Der Fall erinnert an den Skifahrer Mark Girardelli, der sich einst mit dem österreichischen Skiverband verkrachte. Girardelli fuhr fortan für Luxemburg. Nico Stahlberg könnte ja für Belgien rudern. Dann würden die vielleicht im Gegenzug den Thurgau von ihrer orangen Liste streichen.