Der Nebel um die Expo lichtet sich

Die Trägerkantone Thurgau, St. Gallen und Ausserrhoden treiben die Planung der Expo2027 voran. Bis im Frühjahr 2014 erwarten sie eine Rückmeldung des Bundesrats. Im kommenden Jahr führen sie zudem einen Konzeptwettbewerb durch.

David Scarano
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2002 fand im Drei-Seen-Land die letzte Schweizer Landesausstellung statt. Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau wollen 2027 eine Expo in der Ostschweiz durchführen. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

2002 fand im Drei-Seen-Land die letzte Schweizer Landesausstellung statt. Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau wollen 2027 eine Expo in der Ostschweiz durchführen. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Der Austragungsort der Präsentation ist doppelt symbolisch: Horn befindet sich im Kerngebiet der geplanten Expo2027 Bodensee-Ostschweiz – auf Thurgauer Boden, umgeben vom Kanton St. Gallen und nicht unweit des Ausserrhoder Vorderlandes. Sinnbildlich ist zudem die Wetterlage: Der Nebel auf dem Bodensee lichtet sich – die Planung der Landesausstellung durch die drei Trägerkantone Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden nimmt Konturen an. Das gestern in Horn vorgestellte Masterplan-Dossier konkretisiert die 2011 von den Regierungen unterschriebene Absichtserklärung. Jakob Stark, Thurgauer Regierungsrat und Präsident des politischen Steuerungsausschusses, sprach von einem ersten «Meilenstein», der sich auch dadurch manifestiert, dass gestern die offizielle Webseite (www.expo2027.ch) aufgeschaltet wurde.

Bund entscheidet

Der Masterplan mit seinen Zielen und Grundsätzen ist zwar für den Projektverlauf von zentraler Bedeutung, wie der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth betonte. Einiges bleibt dennoch nebelverhangen. Unbeantwortet ist die zentralste Frage: Wird es eine Expo2027 geben? Da der Bund das Gros der Kosten trägt – in einem Interview mit der Ostschweiz am Sonntag sprach Martin Heller, künstlerischer Leiter der Expo02, von 1,5 Milliarden Franken –, muss auch Bern über die Durchführung der Landesausstellung entscheiden. «Wir müssen das Vertrauen der Schweiz gewinnen», sagte Stark. Eine erste Nagelprobe steht für die Ostschweizer schon an. Im November trifft sich laut Marianne Koller, Ausserrhoder Frau Landammann, eine Delegation mit dem Bundesrat. «Bis im Frühjahr erwarten wir eine hoffentlich positive Rückmeldung», sagte sie. Mit dem Entscheid von National- und Ständerat rechnen die Ostschweizer Kantone gemäss Masterplan im Jahr 2018.

Die Präsentation des Dossiers, das auch dem Bundesrat zugestellt wurde, nutzten die Vertreter der Ostschweizer Regierungen, um ihre Zuversicht kundzutun. «Wir sind überzeugt, dass es eine Landesausstellung braucht. Die Schweiz mit ihren verschiedenen Kulturen und Sprachen muss sich immer wieder überlegen, was ihre Raison d'être ist», hielt etwa Würth fest.

Ideen sammeln

Wo und wie dieses Fest stattfinden soll, ist ebenfalls noch offen. Antworten auf diese Fragen soll ein Konzeptwettbewerb bringen, der für März oder April 2014 geplant ist. Die Kosten von 580 000 Franken sind in den Budgets und Finanzplänen der Trägerkantone enthalten, die Ende dieses Jahres in den jeweiligen Kantonsparlamenten behandelt werden. Gemäss Jakob Stark sind auch Austragungsorte ausserhalb der Trägerkantone sowie der Schweiz möglich. Entsprechend könnte die Trägerschaft erweitert werden.

Aus Fehlern lernen

Der Masterplan beinhaltet neben der Zeitschiene auch die sogenannten Leitideen. So will die Expo2027 «ein grosses Fest feiern», das auch Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland anzieht. Die Landesausstellung will zudem die Ostschweiz «als Region im In- und Ausland stärken», wie Marianne Koller sagte. Die Expo2027 möchte aber auch aus Fehlern der Vergangenheit lernen: So soll sie im Gegensatz zur vieldiskutierten und kritisierten Ausstellung02 im Drei-Seen-Land «auch bleibende materielle Werte schaffen», also «Bauten und Anlagen, die den folgenden Generationen hinterlassen werden».

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