Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Der Masochist und der Alpstein-Adel

Demütigungen, Niederlagen, Misserfolge: Ein SP-Präsident hat es im katholisch-bürgerlichen Innerrhoden nicht leicht. Erst recht nicht, wenn er Zürcher ist.
Andri Rostetter
Er brachte die SP nach Innerrhoden: Martin Pfister. (Bild: mab)

Er brachte die SP nach Innerrhoden: Martin Pfister. (Bild: mab)

Wenn einer in Innerrhoden linke Politik machen will, ist er dann ein Held oder ein Masochist? Martin Pfister, Präsident der SP Innerrhoden, muss beides sein. Ein Held, weil er als Zugezogener seit Jahren unverdrossen gegen den alteingesessen-katholisch-bürgerlichen Alpstein-Adel anrennt. Ein Masochist, weil man das im Land von Biber und Alpenbitter nicht ungestraft macht. Linke werden in Innerrhoden entweder nicht gewählt oder geschnitten. Pfister kennt beides.

Der 1954 geborene Embracher kam Anfang der 1980er in die Ostschweiz, nach Oberuzwil, wo er im Jugendheim Platanenhof eine Wohngruppe leitete. 1997 wechselte er an die Oberstufe ­Herisau und entdeckte den Alpstein. Sechs Sommer lang arbeitete er als Hirt auf der Fälenalp. 2001 zog er definitiv in den Kanton, ein Jahr später trat er der Gruppe für Innerrhoden bei, damals noch einzige Heimat für ­Innerrhodens Linke. Doch die GfI war ihm zu brav, 2012 gründete er eine SP-Kantonalsektion.

Mehrfach versuchte er, Landammann Daniel Fässler aus seinen Ämtern zu drängen, zuletzt bei den Nationalratswahlen 2015. Der Sozialdemokrat blieb chancenlos. Über den Landammann sagte Pfister einmal in dieser Zeitung: «Zu Fässler kommt mir politisch nichts Positives in den Sinn.»

Nach dieser Woche wird er auch über den Grossen Rat nicht mehr viel Positives zu sagen haben. Der Rat schmetterte die SP-Initiative für eine «Versorgungsregion Säntis» diskussionslos ab. Dabei wäre der Vorschlag angesichts der Schräglage der Ostschweizer Spitallandschaft durchaus eine Debatte wert gewesen. Pfisters Partei forderte, dass die Kantone St. Gallen, Ausserrhoden und Innerrhoden ihre Angebote im Gesundheitswesen koordinieren und eine gemeinsame Versorgungsregion gründen.

Bis zur nächsten Landsgemeinde im April 2019 hat er Zeit, die Innerrhoder zu überzeugen. Er weiss, dass er auf verlorenem Posten kämpft. Und wird trotzdem weitermachen. Masochismus und Heldentum sind in Innerrhoden Zwillinge mit SP-Parteibuch. (ar)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.