Der Mann, der nie skifahren wird

Polaroid

Merken
Drucken
Teilen

Dieser Krieg wird für «Jack» der letzte sein. Seit 25 Jahren präsidiert Jakob Rhyner den Verwaltungsrat der Bergbahnen Wildhaus AG. Der 66-jährige Buchser ist ein Mann mit sonnigem Gemüt – friedliebend, ausser er wird gereizt. Dann bricht der «schlagende Student» von einst durch, der sich kampfeslustig der Herausforderung stellt. Etwa im Streit der Bergbahnen im Obertoggenburg. Rhyner steht offen zu seiner Behinderung: Das linke Bein ist seit der Kinderlähmung mit fünf Jahren gelähmt. Das zwingt ihn bis heute, an Karbonkrücken zu gehen. Rhyner wird also nie skifahren können und steht dennoch einer Bergbahn vor, die jetzt von der Konkurrentin übernommen werden soll.

Mit einem Husarenstreich und treuen Aktionären machte Rhyner 1992 die hoch verschuldete Bergbahn wieder flott. Über 30 Millionen Franken hat die AG seither investiert. Das Projekt Wildhaus 2.0 will er 2018 gerne noch aufgleisen, ein letztes Mal in eine neue 6er-Sesselbahn und die zugehörige Beschneiung investieren – in ein Unternehmen, von dem er selber über 500 Aktien hält, «aus Verbundenheit mit der Region». Jetzt herrscht ein trügerischer Burgfriede bis im Winter 2018/19. Dann ist alles wieder offen.

Rhyner will bald einem Jüngeren Platz machen, aber nur ­ bei den Bergbahnen. Die Arbeit in der 1983 gegründeten Kanzlei will der Rechtsanwalt weiterführen. Ab 2018, so hofft der alt ­Kantonsrat, bleibt mehr Zeit für seine anderen vier Verwaltungsratspräsidien, darunter die Raststätte Rheintal AG. Rhyner ist auch Ehrenpräsident beim FC Buchs, der neu in der 2. Liga Interregional spielt. Und seit 2013 unterstützt er im Verein «Werdenberg hilft» soziale und humanitäre Projekte mit Bezug zur Region. (cz)