Coronaumfrage bei Thurgauer restaurants
«Der Lockdown war wie Ferien»: Kreuzlinger Wirt über Corona-Massnahmen

Für den Wirt vom Restaurant Fischerhaus in Kreuzlingen, Reto Eppenberger, läuft der Betrieb trotz Corona-Einschränkungen normal weiter.

Deborah Hugentobler
Merken
Drucken
Teilen
Reto Eppenberger, Geschäftsführer des Restaurants und Biergartens Fischerhaus.

Reto Eppenberger, Geschäftsführer des Restaurants und Biergartens Fischerhaus.

Bild: Reto Martin

Was haben die Coronaschutzmassnahmen für einen Einfluss auf Ihren beruflichen Alltag?

Reto Eppenberger: Die Einschränkungen stellen keine besondere Herausforderung für uns dar. Die meisten Tische sind sowieso für zwei oder vier Leute gedeckt. Die Abstände können wir gut einhalten und die Maskenpflicht ist ebenso kein Problem. Die meisten Gäste verlassen bereits um 23 Uhr das Restaurant, weshalb die kürzeren Öffnungszeiten keinen wirklichen Einfluss haben. Ausserdem zeigen unsere Gäste grosses Verständnis und unterstützen uns sehr.

Wie ist die aktuelle Situation im Vergleich zum Lockdown im Frühling?

Im Lockdown mussten wir ganz schliessen. Ich konnte die Zeit sogar geniessen. Denn der Lockdown war für mich wie Ferien. Ich hatte das erste Mal seit Jahren wirklich frei.

Haben Sie während des Lockdowns neue Ideen ausprobiert?

Nein, wir haben nicht wie andere Restaurants Take-away oder Ähnliches neu angeboten. Auch den Biergarten haben wir wie jedes Jahr Ende August geschlossen.

Wie steht es um die Weihnachtsessen?

Firmen haben alle ihre Weihnachtsessen abgesagt. Aber viele Unternehmen schenken ihren Arbeitnehmern stattdessen Gutscheine. Wir verkaufen derzeit reichlich davon.

Schreiben Sie dieses Jahr grosse Verluste?

Nein, überhaupt nicht. Wir haben bisher gleich viel Umsatz wie im Jahr zuvor gemacht, wie die meisten Restaurants hier am See. Denn die Lage ist sensationell. Zudem war es ein sehr guter Sommer.

Was müsste sich aus Ihrer Sicht an der jetzigen Situation ändern?

Andere Länder befinden sich wieder in einem Lockdown. In der Schweiz geniessen wir einen grossen Wohlstand. Die Leute sollten erkennen, dass dies nur kleine Einschränkungen sind. Was mir jedoch zu schaffen macht, ist die Ungewissheit, wie es weitergeht.