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FDP Kanton St. Gallen: «Der Listenplatz ist fürs Wahlergebnis nicht relevant»

Die St. Galler FDP setzt gleich doppelt auf Susanne Vincenz-Stauffacher. Sie soll den Ständeratssitz verteidigen und einen Nationalratssitz erobern. Einen Spitzenplatz auf der Liste gibt es für die Abtwiler Rechtsanwältin deswegen nicht.
Regula Weik
Susanne Vincenz. (Bild: Ralph Ribi)

Susanne Vincenz. (Bild: Ralph Ribi)

Seit wenigen Tagen ist die Nationalratsliste der St. Galler FDP komplett. Männiglich fragt sich: Weshalb hat die Partei ihre aktuelle Ständeratskandidatin Susanne Vinzenz-Stauffacher nicht prominent platziert? Die Listengestaltung der Freisinnigen ist konventionell: Hinter dem Bisherigen Marcel Dobler folgen die neuen Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge. Kein Mut zu Neuem? Simples Weiterführen einer langen Tradition?

Die Bedeutung der Listenplätze werde von Kanton zu Kanton ganz unterschiedlich beurteilt, sagt Christoph Graf, Geschäftsführer der St. Galler FDP. «Im Kanton St. Gallen hat der Listenplatz auf das Wahlergebnis praktisch keine Auswirkung. Der Einfluss ist marginal.» Dies hätten Analysen vergangener Wahlgänge gezeigt – wie auch frühere Nationalräte der St. Galler FDP bewiesen, die da waren: Burkart Vetsch, Peter Weigelt, Milli Wittenwiler, Andreas Zeller. Alle traten aufgrund ihres Namens auf einem hinteren Listenplatz an.

Andere Listenkultur als in Zürich

Seines Wissens, so Graf, habe die St. Galler FDP nie eine andere Listengestaltung gekannt als die aktuelle. Da der Listenplatz derart irrelevant ist, sei die traditionelle Gestaltung der Liste unbestritten. Bekannt ist: Es hatte ­einen Antrag gegeben, die vier neuen Frauen gleich hinter dem Bisherigen zu platzieren. «Er wurde an der Nominationsversammlung zurückgezogen, da er äussert geringe bis gar keine Vorteile schafft», sagt der Geschäftsführer. Ebenso wurde die Überlegung verworfen, Kandidatinnen und Kandidaten, die sich bereits einmal zur Verfügung gestellt hatten, mit einem vorderen Listenplatz «symbolisch» zu belohnen. Der Kanton St. Gallen verfügt über zwölf Sitze im Nationalrat. Die Parteien legen daher in der Regel Listen mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten vor – «zwölf Köpfe erfassen die Wählerinnen und Wähler auf einen Blick», so Graf.

Ganz anders etwa im Kanton Zürich, der 35 Nationalratssitze zu vergeben hat. Dort herrscht eine völlig andere Listenkultur als in St. Gallen. In Zürich ist klar: Wer vorne auf der Liste steht, der soll gewählt werden. Wer am Schluss steht, ist reiner Listenfüller. So verwundert nicht, dass einzelne Kandidaten für einen guten Listenplatz bezahlen. Ist dies auch in St. Gallen üblich? «Wir haben unsere Plätze noch nie verkauft», sagt Graf.

In den letzten Nationalratswahlen gewann die FDP einen zweiten Sitz dazu. So soll es im Herbst weitergehen: Die Partei will einen dritten Sitz erkämpfen. Dieses Ziel verfolgt sie mit insgesamt 42 Kandidaten: Neben der Hauptliste treten die Jungfreisinnigen, die Umweltfreisinnigen und erstmals auch die FDP Frauen mit eigenen Listen an.

Unternehmer, Anwältinnen und Gemeindepräsidenten

Die Hauptliste der St. Galler FDP:
Marcel Dobler (bisher), 1980, Nationalrat, Unternehmer, Rapperswil-Jona;
Brigitte Bailer, 1962, Unternehmerin, Rapperswil-Jona;
Stefan Britschgi, 1962, Kantonsrat, Unternehmer, Diepoldsau;
Raphael Frei, 1980, Kantonsrat und Kantonalpräsident, Schulleiter Oberstufe, Rorschacherberg;
Mathias Gabathuler, 1967, Rektor Kantonsschule am Brühl, St. Gallen;
Kilian Looser, 1969, Kantonsrat, Gemeindepräsident, Stein;
Ingrid E. Markart-Kaufmann, 1963, Rechtsanwältin, Geschäftsführerin Pflegeheim, Oberuzwil;
Oskar Seger, 1990, Stadtparlamentarier (St. Gallen) und Stadtparteipräsident, Bauingenieur, St. Gallen;
Jigme Norbu Shitsetsang, 1971, Kantonsrat und Stadtparlamentarier (Wil), Amtsleiter Soziales, Wil;
Beat Tinner, 1971, Kantonsrat und Fraktionspräsident, Gemeindepräsident, Azmoos;
Susanne Vincenz-Stauffacher, 1967, Kantonsrätin, Rechtsanwältin, Abtwil;
Karin Weigelt, 1984, Unternehmerin, Sargans. (rw)

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