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St.Galler Versandhandel Shop24Direct.ch droht seinen Kunden

Shop24Direct handelt per Katalog und im Internet mit Schlager-CDs und DVDs. Die Firma mit Postfachadresse in St.Gallen fällt durch ihre aggressiven Methoden auf. Auf Beschwerden reagiert sie nicht.
Odilia Hiller
Das Titelblatt des Katalogs von Shop24Direct. (Bild: SGT)

Das Titelblatt des Katalogs von Shop24Direct. (Bild: SGT)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Dicke Post ist in den vergangenen Tagen all jenen ins Haus geflattert, die das Pech haben, in der Adresskartei des Versandhändlers Shop24Direct zu erscheinen. «Musik, die ihre Sprache spricht» steht auf dem Titelblatt des 30-seitigen Katalogs mit Absender St. Gallen.

Angepriesen wird Schlagersängerin Andrea Jürgens’ Werk. Aber auch Olaf der Flipper, die Calimeros und Semino Rossi lächeln vom Flatterpapier. Das wirkt zwar alles recht billig, aber so weit unverdächtig.

Ein knallroter Drohbrief

Stutzig macht erst das knallrote Einsteckblatt: «Wichtig! Nach Durchsicht Ihres Kundenkontos haben wir leider festgestellt, dass Sie seit längerer Zeit nichts mehr bei uns bestellt haben.»

Trotzdem habe man immer wieder Kataloge mit «wirklich unschlag­baren Angeboten» zugeschickt, wertvolle Geschenke «für Sie reserviert» und alles getan, um «Sie zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bedienen zu können», heisst es vorwurfsvoll. Das alles habe eine «Menge Geld gekostet», und man werde bestimmt verstehen, dass man darauf «angewiesen» sei, dass ihre Kunden diese Vorteile auch nutzten.

Tipps im Umgang mit dubiosen Anbietern

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz rät bei Problemen mit Versandhändlern:
1. Aggressive Werbung immer ins Altpapier befördern und nichts bestellen. Die Gefahr minderwertiger Produkte sowie schlechten Kundenservices ist gross.

2. Falls das Angebot das Risiko dennoch wert zu sein scheint: vor einer Bestellung unbedingt im Internet über den Anbieter recherchieren. Häufig stösst man auf Angaben zu Seriosität und Erfahrungen anderer Konsumenten.

3. Nicht auf Vorauszahlung bestellen, sondern nur auf Rechnung. Dies gilt besonders für Anbieter im Ausland. Bei Lieferverzögerungen kann man nur unter bestimmten Bedingungen von der Bestellung zurücktreten. Siehe Web-Ratgeber auf www.konsumentenschutz.ch

4. Falls im Voraus bezahlt wurde, keine Lieferung erfolgt ist und das Geld trotz Nachfrage, Mahnung, Nachfrist und Bekanntgabe des Rücktritts nicht eintrifft: www.konsumentenschutz.ch/was-tun-wenn-nicht-geliefert-wird. (oh)

Dem Empfänger wird angedroht, die «Finanzabteilung» müsse «leider die Beantragung der Löschung Ihres Kunden­kontos in die Wege leiten», wenn man nicht endlich etwas bestelle. Auch weitere Kataloge würde der Kunde nicht mehr erhalten und – oh Schreck – eine Zehn-Franken-Gutschrift verlieren. Unterschrieben ist der Drohbrief mit «Ihre Kundenbetreuung».

Einer Empfängerin stossen Ton und Inhalt sauer auf. «Ich habe gestern von Shop24Direct Post erhalten. Ich hatte vor einigen Jahren für meinen Vater dort CDs bestellt. Die sind so was von frech. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade ältere Leute vielleicht überfordert sind und etwas bestellen», sagt sie gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag».

Unternehmen mit Sitz in Berlin

Der Anbieter, der hinter der St.Galler Postfachadresse operiert, ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Nicht zum ersten Mal fällt es mit zweifelhaften Geschäftsmethoden auf.

Die Stiftung für Konsumentenschutz sagt auf Anfrage, sie habe schon diverse Meldungen zum Kundendienst der Firma erhalten. Beschwerden, ob eingeschrieben oder nicht, seien stets unbeantwortet geblieben.

Die Firma reagiert laut Konsumentenschutz auch nicht auf Kontaktversuche. Auch sei es nicht möglich, Beschwerden an die Firma online zuzustellen.

"Da sollten die Alarmglocken läuten"

«Die Werbung von Shop24­Direct ist ohne Zweifel aggressiv», sagt Alex von Hettlingen, Mediensprecher der Stiftung. «Es wird die Löschung eines Kundenkontos angedroht, welches der Kunde wahrscheinlich gar nie eröffnet hat.»

Solche Werbung baue gezielt Druck auf, um Bestellungen auszulösen. «Bei Werbeschreiben dieser Art sollten die Alarmglocken läuten.» Der Konsumentenschützer rät, keinesfalls etwas zu bestellen. «Solches Gebaren ist nicht nur respektlos, sondern birgt auch die Gefahr, dass die Produkte minderwertig sind und der Kundenservice schlecht ist.»

Portokosten von 49.95 Franken

Vor gut einem Jahr waren die Hauruckmethoden von Shop24­Direct schon einmal in den Medien. Ein Calimeros-Fan sollte gemäss «Blick» für die Lieferung einer auf www.shop24direct.ch bestellten Jubiläums-CD-Box stolze 49.95 Franken Porto bezahlen. Völlig ungefragt wären ihm damit die Portokosten für ein Jahr «erspart» geblieben. Bloss: Der Kunde hatte gar nie vorgehabt, mehr als einmal zu bestellen, und in kein Abo eingewilligt. Der damalige Präsident des Verbands des Schweizerischen Versandhandels stellte fest: «Die Firma agiert in der Schweiz nicht seriös.»

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