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«Der Klimastreik ist eine friedliche Bewegung»: Organisatoren und Jungparteien distanzieren sich von Spray-Attacke

Haben die Sprayereien an der Anwaltskanzlei des St.Galler FDP-Kantonsrats Walter Locher mit dem Krach um den Klimastreik zu tun? Die Organisatoren sowie die Juso und die Jungen Grünen wehren sich gegen diesen Verdacht.
Adrian Vögele
Unleserliches Klingelschild: Das Gebäude an der Museumsstrasse 35 in St.Gallen wurde in der Nacht auf Freitag versprayt. (Bild: Urs Bucher)

Unleserliches Klingelschild: Das Gebäude an der Museumsstrasse 35 in St.Gallen wurde in der Nacht auf Freitag versprayt. (Bild: Urs Bucher)

Bewiesen ist nichts. Dennoch ist es auffällig, dass Walter Lochers Anwaltskanzlei ausgerechnet letzte Woche von Sprayern heimgesucht wurde. Der St.Galler FDP-Kantonsrat hatte kritische Fragen zum Klimastreik von Kantonsschülern gestellt und darauf diverse negative Reaktionen erhalten. Natürlich gelte die Unschuldsvermutung – doch er könne eine Zusammenhang zwischen den Sprayereien und dem Klimastreik nicht ausschliessen, so Locher. Er hat Strafanzeige eingereicht, die Polizei ermittelt.

Miriam Rizvi vom Kollektiv Klimastreik Ostschweiz wehrt sich gegen den Verdacht: «Wir als Kollektiv sind nicht für diese Tat verantwortlich.» Die Klimastreik-Bewegung wolle mit Gewalt und Vandalismus nichts zu tun haben. Denn: «Wer mit Sachbeschädigungen auf Kritik reagiert, wird von der Politik nicht ernstgenommen.» Für allfällige Handlungen von Einzelpersonen, die an der Bewegung teilnehmen, könne das Kollektiv jedoch keine Verantwortung übernehmen.

Sprayereien ohne politische Botschaft

Am Klimastreik wirken auch Mitglieder der St.Galler Juso und der Jungen Grünen mit. Juso-Präsident Timo Räbsamen glaubt eher nicht, dass die Sprayer-Attacke auf die Anwaltskanzlei von der Klimastreik-Bewegung ausging. «Die Bewegung ist klar pazifistisch orientiert. Dass genau dieses Haus letzte Woche versprayt wurde, ist wohl Zufall.» In der ganzen Schweiz hätten Klimastreiks stattgefunden, und seines Wissens sei es nirgends zu Sachbeschädigungen gekommen. Hinzu komme: «Wenn Sprayer aus politischen Gründen unterwegs sind, hinterlassen sie in der Regel auch eine politische Botschaft, und nicht einfach nur schwarze Linien.» Für Räbsamen ist jedoch klar: «Politische Meinungsverschiedenheiten müssen mit sachlichen Diskussionen ausgetragen werden, und sicher nicht mit Sachbeschädigungen.»

«Diese Parallele zu ziehen, ist sehr gewagt»

Und falls sich doch herausstellen sollte, dass die Schmiererei etwas mit dem Klimastreik zu tun hat? «Falls einzelne Beteiligte zur Spraydose gegriffen hätten, wäre das noch kein Grund, die gesamte Bewegung in Frage zu stellen», warnt Räbsamen. Und auch er betont: «Es gilt die Unschuldsvermutung.»

Auch Manolito Steffen, Präsident der Jungen Grünen St.Gallen, sagt: «Wir verurteilen jede Art von Sachbeschädigungen.» Die Klimastreik-Bewegung setze bewusst andere Mittel ein, um Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu wecken, beispielsweise Demonstrationen. Es sei zwar nicht völlig ausgeschlossen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Klimastreik und den Sprayereien an Lochers Kanzlei bestehe. «Doch es ist sehr gewagt, diese Parallele zu ziehen, bevor der Fall geklärt ist.»

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