Der kleine Trotzkopf

Stehen rundum alle Bahnen still, reibt sich einer die Hände: der Kronberg. «Ich bin der kleine Bruder vom Säntis», stellte er sich gestern der Redaktion via E-Mail vor. «Wenn der Wind über alle Berge fegt, beschützt er mich, weil er immer hinter mir steht.

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Föhnstimmung am Kronberg. (Bild: Paul Broger)

Föhnstimmung am Kronberg. (Bild: Paul Broger)

Stehen rundum alle Bahnen still, reibt sich einer die Hände: der Kronberg. «Ich bin der kleine Bruder vom Säntis», stellte er sich gestern der Redaktion via E-Mail vor. «Wenn der Wind über alle Berge fegt, beschützt er mich, weil er immer hinter mir steht. Wer vor mir steht, ist beeindruckt, was ich alles zu bieten habe. Zu meinen Füssen tummelten sich übers Wochenende Tausende von Gästen und erlebten durchgehend ungestörte Berg- und Talfahrten mit einer wunderbaren Weitsicht dank Föhnstimmung.

Ich bin ein Trotzkopf, kämpfe gegen Wind und Wetter. Den richtigen Sturm kann auch ich nicht besiegen, doch in mir steckt viel Kraft, die ich den Gästen weitergeben kann, wenn sie meine Wege begehen.» – Ein Werbespot wie aus dem Bilderbuch.

Und Tatsache ist: Wenn andernorts im Alpstein die Bahnen ihren Betrieb einstellen müssen, treibt der Föhn die Erholungsuchenden zum Kronberg.

«Wir gönnen es den andern nicht, das muss betont werden, aber wir sind die Nutzniesser», sagt Andreas Wyss, Geschäftsführer der Kronberg-Luftseilbahn. Und er holt zur Erklärung aus: «Wir fahren in Föhnrichtung, Nord-Süd. Zusätzlich haben wir den Säntis im Rücken, der hält uns den Föhn fern. Die Kabinen der andern, in Ost-West-Richtung, bieten bei Föhnstürmen Angriffsflächen und könnten an die Masten gedrückt werden.»

Ein Problem hat aber auch der Kronberg: den Westwind. «Das ist nicht tragisch», sagt Wyss, «dann herrscht sowieso schlechtes Wetter. Meistens.»

Ursula Lenherr

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