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Der isolierte Huonder

Bischof Vitus Huonder rüffelt die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK), sie habe ein Communiqué ohne seine Beteiligung verfasst. Obwohl dieses Vorgehen laut dem SBK-Sprecher mit ihm abgesprochen war.
Daniel Klingenberg
Demonstration gegen Bischof Vitus Huonder am 9. März 2014 in St. Gallen. (Bild: Urs Jaudas)

Demonstration gegen Bischof Vitus Huonder am 9. März 2014 in St. Gallen. (Bild: Urs Jaudas)

Rund 2000 Menschen demonstrieren am 9. März diesen Jahres in St. Gallen gegen den Churer Bischof Vitus Huonder. Sie werfen ihm Ausgrenzung und Diskriminierung von Katholiken vor, die nicht seiner konservativen Linie entsprechen. Am letzten Montag nun trafen sich Delegationen der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) und der Allianz «Es reicht!», welche zur Demo aufrief, zu einem Gespräch. In der SBK-Delegation war Bischof Huonder nicht vertreten. Auf das nach dem Gespräch an die Medien verschickte Communiqué reagierte das Bistum Chur beleidigt: Der Bischof von Chur wünsche eine «Beteiligung» bei einem Communiqué, das ihn betreffe, heisst es darin.

«Ein gehöriger Outsider»

Hat die SBK Bischof Huonder ausgehebelt, wie es die Reaktion aus Chur nahelegt? Laut Walter Müller, Sprecher der SBK, hatte das Gespräch aber die ausdrückliche Zustimmung des Churer Bischofs. «Bischof Vitus Huonder war informiert und stimmte zu, dass das Gespräch einer SBK-Delegation mit Leuten der Allianz <Es reicht!> ohne ihn stattfindet.» Und mit einem Communiqué nach dem Gespräch musste er rechnen: «Dass es von dem Treffen ein Mediencommuniqué geben wird, ist ein ganz normaler Vorgang und entspricht den Gepflogenheiten der SBK.»

Das Verhalten des Bistums Chur wirft auch ein Licht auf die interne Dynamik der Bischofskonferenz. Dabei gerät der Hardliner Huonder in eine zunehmende Isolation. «Innerkatholisch ist es ein offenes Geheimnis, dass Bischof Vitus Huonder innerhalb der Schweizerischen Bischofskonferenz ein gehöriger Outsider ist», sagt Erwin Koller, langjähriger Leiter der «Sternstunde» am Schweizer Fernsehen.

Die Bischofskonferenz kann aufgrund ihrer Verfasstheit gegen interne Spannungen wenig unternehmen. Markus Ries, Professor für Kirchengeschichte: «Die SBK hat keine rechtlichen Instrumente, interne Konflikte zu lösen.» Und: «Es ist ein echtes Problem, dass die SBK keine Mittel zu Sanktionen gegenüber ihrer eigenen Mitgliedern hat.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 7. September.

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