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Der Ire aus Trogen: Weshalb Brian Counsel den EM-Quali-Knüller der Schweiz gegen seine Lieblinge nicht im Stadion mitverfolgen kann

Er ist einer von rund 140 Iren in der Ostschweiz: Brian Counsel. Der Mann aus dem Appenzellerland über seine Leidenschaft für Fussball, die Partie Schweiz – Irland von heute Abend und den FC St.Gallen.
Daniel Walt
Von Kindsbeinen an Fan der irischen Nationalmannschaft: Brian Counsel. (Bild: Benjamin Manser)

Von Kindsbeinen an Fan der irischen Nationalmannschaft: Brian Counsel. (Bild: Benjamin Manser)

Es soll einfach nicht sein: Ungezählte Male hat der Ire Brian Counsel seine Nationalmannschaft schon in Dublin spielen sehen – «in der Schweiz leider noch nie», bedauert er.

Auch am Dienstagabend kann der 50-Jährige seinen Lieblingen nicht zujubeln, wenn diese in Genf zum EM-Quali-Knüller gegen die Schweiz antreten. Der Grund: Heute tritt der Ire eine neue Stelle als Sous-Chef im St.Galler Restaurant «Falkenburg» an. Nach Feierabend schafft er es somit nicht rechtzeitig bis ans andere Ende der Schweiz. «Fände die Partie in St.Gallen oder Zürich statt, wäre ich hundertprozentig dabei», sagt er. Dies alleine schon deshalb, weil Kollegen aus Irland anreisen. Mit ihnen hätte Counsel die Partie im Stade de Genève verfolgt, wenn nicht der Jobwechsel dazwischengekommen wäre.

200 Meter vom Stadion entfernt aufgewachsen

Die Liebe zum Fussball wurde Brian Counsel sozusagen in die Wiege gelegt: Er wuchs rund 200 Meter vom Nationalstadion in Dublin entfernt auf. «Wir Kinder aus dem Quartier erhielten für Fussball- oder Rugbyspiele immer Gratis-Eintritte», erinnert er sich. Rasch war der Bub im Banne des Nationalteams – eine Leidenschaft, die ihn auch nicht losliess, als er der Liebe wegen in die Schweiz auswanderte.

Seit 2002 lebt Counsel im Appenzellerland, er ist verheiratet und hat drei Kinder. In St.Gallen arbeitete er unter anderem schon als Küchenchef im «Netts» und im «Gentile». Zudem ist er Mitbegründer zweier irischer Pubs in der Stadt.

Der Sohn ist für die Schweiz

Wenn Schweiz – Irland heute Abend um 20.45 Uhr angepfiffen wird, verfolgt Brian Counsel die Partie daheim in Trogen. Dabei dürfte es vor dem TV-Gerät hitzig zu und hergehen: «Mein Sohn ist für die Schweiz», sagt der 50-Jährige. Brian Counsels Herz hingegen schlägt auch 17 Jahre nach der Auswanderung noch für seine alte Heimat.

Verstärkung erhalten dürfte er von seiner Frau. «Sie ist zwar Schweizerin, unterstützt aber vermutlich eher Irland, weil sie ein Fan dieses Landes ist», sagt Counsel. Genauso für Irland ist seine älteste Tochter. Das Wichtigste für ihn persönlich sei es, dass es ein gutes Spiel mit viel Stimmung gebe – er könne auch mit einem Sieg der Schweiz leben, sagt er.

Mehr Leidenschaft fürs Nationalteam in Irland

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Fussballfans in Irland und jenen in der Schweiz? Brian Counsel muss nicht lange überlegen: «In Irland ist Fussball zusammen mit Rugby der Nationalsport Nummer 1. Die Iren sind ohnehin stolz auf ihr Land und unterstützen die Nationalmannschaft, egal wie und gegen wen sie gerade spielt.» Er schwärmt von der Stimmung während der Spiele der Iren.

Legendär: Irische Fans verbreiten tolle Stimmung während Spielen ihrer Lieblinge. (Bild: Keystone)

Legendär: Irische Fans verbreiten tolle Stimmung während Spielen ihrer Lieblinge. (Bild: Keystone)

In der Schweiz sehe es diesbezüglich etwas anders aus, findet Brian Counsel: Wenn die Nati gut spiele, stehe man durchaus hinter dem Team – ansonsten wende sich das Blatt allerdings rasch.

Grünweiss ist die Farbe der irischen Nationalmannschaft. Grünweiss ist auch die Farbe des FC St.Gallen. Von daher versteht es sich von selbst, dass sich Brian Counsel auch für die Espen interessiert und immer wieder mal im Kybunpark anzutreffen ist. «Im Moment macht mir das Team grosse Freude. Doch leider läuft es in der Rückrunde jeweils häufig nicht mehr», sagt er über die Ostschweizer.

«Quöllfrisch» statt «Guinness»

Und was tippt Brian Counsel für das Länderspiel vom Dienstagabend? «Auf dem Papier sind die Schweizer stärker, deshalb glaube ich, dass sie 2:1 gewinnen werden», antwortet er. Nicht zu vergessen sei aber der irische Kampfgeist. Auf ihn hofft Brian Counsel, wenn er sich die Partie daheim anschauen wird – mit einem «Quöllfrisch» in der Hand. «Ein ‹Guinness› gibt es jeweils, wenn ich einen Match in einem irischen Pub schaue», lacht er.

So viele Iren gibt es in der Ostschweiz

Die irische Fanbasis in der Ostschweiz ist nicht sehr gross: Wie Rückfragen bei den kantonalen Verwaltungen ergeben, leben aktuell knapp 140 Menschen mit irischer Staatsangehörigkeit in unserem Landesteil.

Der Kanton St.Gallen zählte per Ende September 93 Iren, die zur ständigen Wohnbevölkerung gehören; im Kanton Thurgau waren es per Ende Juni 28. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind aktuell 14 Menschen mit irischem Pass gemeldet, in Innerrhoden ist es genau eine Person. (dwa)

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