Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der interreligiöse Dialog braucht kein Gesetz

Religion Das neue St. Galler Gesetz über die Religionsgemeinschaften war im Kantonsrat wie erwartet unbestritten. Es erfüllt einen seit Jahren überfälligen Auftrag aus der Kantonsverfassung von 2003, wonach die vier öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften gesetzlich gleich zu behandeln sind; gemeint Katholiken, Reformierte, Christkatholiken und Juden. Die vorberatende Kommission beantragt lediglich, den Titel zu präzisieren auf «Gesetz über die öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften».

Diskutiert wurde im Rat lediglich noch einmal, was bereits die vorberatende Kommission «intensiv» beschäftigt hatte: nämlich die Möglichkeit zur kantonalen Anerkennung von privatrechtlich organisierten Religionsgemeinschaften. Die Regierung hatte aufgrund der Vernehmlassungsantworten auf einen entsprechenden Gesetzesartikel verzichtet, und auch die Kommission war einhellig der Meinung, dass diese Anerkennung derzeit unnötig sei. «Eine verpasste Chance» meinten Mitglieder der Ethikgruppe des Kantonsrates und beantragten, den interreligiösen Dialog mit «weiteren Religionsgemeinschaften» gesetzlich zu verankern. Mit Verweis auf zahlreiche neue christliche Migrationskirchen sowie Muslime oder Hindus rief Eva B. Keller (SP) dazu auf, «Symbole nicht zu unterschätzen». Und Arno Noger (FDP) forderte «wenigstens dieses Signal», ansonsten das neue Gesetz nur die Vergangenheit ordne und die Gegenwart festhalte, aber Perspektiven für die Zukunft vermissen lasse.

Die Ethikgruppe blieb chancenlos, weil die Mehrheit mit der zurückgekrebsten Regierung und bürgerlichen Fraktionssprechern der Meinung war, dass der interreligiöse Dialog keine staatliche Verordnung brauche. Der Antrag sei «für die Galerie, reine Wohlfühlrhetorik» und führe zu Mehrausgaben, so der Tenor. (mel)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.