Kommentar
Der Innerrhoder Alt-Säckelmeister Thomas Rechsteiner hält an seiner Nationalratskandidatur fest: Die SVP wird sich darüber freuen

Alt-Säckelmeister Thomas Rechsteiner will auch ohne Nomination der Innerrhoder CVP für den Nationalrat kandidieren. Dies stösst innerhalb der Partei auf Kritik. Er macht damit seinem Konkurrenten Ruedi Eberle (SVP) ein Geschenk.

Claudio Weder
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Claudio Weder. (Bild: Benjamin Manser)

Claudio Weder. (Bild: Benjamin Manser)

Die CVP Innerrhoden schickt Frau Statthalter Antonia Fässler in das Rennen um den Nationalratssitz. Gewinnt sie die Wahl, wäre sie die erste Innerrhoderin im Bundesparlament. Zu reden gibt aber das Verhalten von Thomas Rechsteiner. Der unterlegene Kandidat will seine Kandidatur auch ohne Nomination seiner Partei aufrechterhalten. Das stösst bei Parteimitgliedern auf Kritik.

Zurecht. Denn die in Innerrhoden dominierende CVP ist bestrebt, den Sitz in der grossen Kammer zu verteidigen. Rechsteiner erweist nun seiner Partei einen Bärendienst: Bleibt der ehemalige Säckelmeister bei seiner Kandidatur, läuft die CVP Gefahr, ihren Sitz in der grossen Kammer zu verlieren.

Steigen zwei CVP-Kandidaten ins Rennen, erhöhen sich die Wahlchancen der Konkurrenz. SP-Kandidat Martin Pfister wird chancenlos bleiben. Rechsteiner, der auf die Unterstützung des Innerrhoder Gewerbeverbandes zählen darf, dürfte vor allem Antonia Fässler Stimmen kosten. Dies freut insbesondere die SVP, die in Innerrhoden bislang wenig in Erscheinung getreten ist, nun aber unverhofft zu einer Chance kommt.

Die ehemalige Erfolgspartei ist nicht nur wegen des umstrittenen Apfelplakats national in Rücklage geraten. In Innerrhoden kann sie aber mit dem amtierenden Säckelmeister Ruedi Eberle einen starken Kandidaten präsentieren. Der Gontner Unternehmer braucht aus Sicht der CVP keine Wahlgeschenke. Er wird Rechsteiners unfreiwillige Schützenhilfe jedoch gerne annehmen.