Übrigens... der Herrgott zieht an den Zürichsee und trifft den Kaiman

Merken
Drucken
Teilen

Als der Sommer kam und ihm langweilig wurde, beschloss der Herrgott, wieder einmal für längere Zeit unter Menschen zu leben. Er schickte Kundschafterengel aus, die nach einem geeigneten Ort suchen sollten. Sie taten das sorgfältig und wurden fündig. Nachdem die Engel Bericht erstattet hatten, rief der Herrgott Frau, Kinder und Gesinde zusammen und eröffnete ihnen: «Wir ziehen an den Zürichsee. Das Grundstück ist gross genug für uns alle. Der Preis liegt im Rahmen des Möglichen und der Strand ist nah.»

Im Städtchen, für das sich der Herrgott entschieden hatte, freute man sich sehr über seine Wahl. Der Stadtvater tanzte vor Freude und versprach, dem Neuzuzüger alle Gas- und Wasserleitungen im Boden aus dem Weg zu räumen. Die entzückten Einwohner pilgerten zur Wiese, auf die der Herrgott sein Haus bauen wollte. Sie sagten, das Gras wachse schon jetzt schneller und dichter als vorher. Der Herrgott sei eben ein Rasenspezialist. Die Nachbarn änderten ihre Anschrift an den Briefkästen und nannten als neue Adresse «zwei Häuser neben dem Herrgott» oder «vis-à-vis vom Herrgott».

Als der Kaiman im Hallwilersee davon hörte, machte auch er sich auf den Weg an den Zürichsee. Der Herrgott freute sich, als er das vernahm. Weil aber die Tage der Schöpfung lange zurück lagen, und sein Gedächtnis nachgelassen hatte, fragte er einen Diener: «Wie sieht denn so ein Kaiman aus?» «Er ist flink und wendig», sagte dieser, «und hat viele spitze Zähne. Ein bisschen gleicht er Novak Djokovic.» Da rief der Herrgott 
Frau, Kinder und Gesinde erneut zusammen und eröffnete ihnen: «Wir bleiben im Himmel. (S. L.)