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Der Frauenverein ist auch mit 150 Jahren noch aktuell

1869 gründeten initiative Frauen zusammen mit dem Pfarrer in Berneck den Evangelischen Frauenverein.
Maya Seiler
Gut gelaunt formieren sich die Teilnehmerinnen zur Jubelzahl 150. (Bild: Maya Seiler)

Gut gelaunt formieren sich die Teilnehmerinnen zur Jubelzahl 150. (Bild: Maya Seiler)

Am Freitag versammelten sich die Mitglieder im Haus des Weins, um das 150-jährige Bestehen des Evangelischen Frauenvereins Berneck-Heerbrugg zu feiern. Auch Vertreterinnen aus Nachbarvereinen sowie des Kantonal- und des Zentralverbands erschienen zum Gratulieren. Nicht nur ein festliches Buffet, auch die Showeinlagen von Verblüffungskünstler Tom Davis alias Erwin Baumann erwartete die Gäste. In ihrer Festrede blickte Pfarrerin Manuela Schäfer zurück aufs Jahr 1869: Die Engländer eröffneten den Suezkanal, als Ersatz für Butter wurde die Margarine erfunden, Wyoming gab als erster US-amerikanischer Staat den Frauen das Wahlrecht und in Berneck wurde Anfang Jahr der Evangelische Frauenverein gegründet. Aus den ersten 120 Jahren ist wenig bekannt, da die Aufzeichnungen nicht mehr auffindbar sind. Protokolle und Jahresberichte gibt es erst seit dem Zweiten Weltkrieg.

Bericht über Gründung nur aus zweiter Hand

Präsidentin Anny Wieser, Frau des damaligen Bernecker Pfarrers, beginnt ihren Jahresbericht 1943 mit dem Blick zurück: «Am 17. Januar sind es 74 Jahre seit der Gründung unseres Frauenvereins. Es war im Jahr 1869, als unter der Leitung des damaligen Bernecker Pfarrers 25 Frauen zu einer Versammlung zusammenkamen, an welcher der jetzt noch existierende Frauenverein konstituiert wurde.» Der Verein stellte sich zur Aufgaben, arme Familien und Einzelpersonen zu unterstützen, «gleichviel, ob Ortsbürger oder Niedergelassene». Die Hilfe sollte in Kleidungsstücken und Bettzeug bestehen, ausserdem gab man Stoffe an Arbeitsschülerinnen aus bedürftigen Familien ab. Die Mitgliederbeiträge, aus denen diese Materialspenden bestritten wurden, setzten sich aus einem Eintrittsgeld von einem Franken und einem Wochengeld von 10 Rappen zusammen. Dieser wöchentliche Betrag (nach heutiger Kaufkraft mehr als zehn Franken, was einem Jahresbeitrag von weit über 500 Franken entspräche) «konnte ersetzt werden durch Anfertigen von Handarbeiten». Überdies verpflichtete sich jedes Mitglied «per Jahr zu einer freiwilligen Arbeit bei eigener Bestreitung des Stoffes dazu». Im zweiten Kriegsjahr berichtete Präsidentin Wieser, der Frauenverein habe 13 Familien zu Weihnachten mit Lebensmitteln und Barchentstoff beschenkt. An vier Haushaltungen wurde während eines ganzen Jahres Milch abgegeben, was damals 775 Franken kostete. Zwei weitere Familien erhielten ein Jahr lang «Spezereien». Ein wichtiger Grundsatz war, «unsere Gaben mehr in Form von Naturalien zu verabfolgen, weil die Gewährung von Barmitteln nur dort geschehen darf, da eine gewisse Gewähr besteht, dass sie zweckmässig angewendet werden».

Heute eher gemeinnützig als karitativ

Was im vorletzten Jahrhundert seinen Anfang nahm, lebt in modernem Gewand bis in die Gegenwart. Manuela Schäfer unterstrich die Kontinuität: Über anderthalb Jahrhunderte hinweg haben sich Frauen dafür engagiert, zu helfen, Not zu lindern, Betagte und Kranke zu besuchen. Nun, da sich andere Institutionen um Menschen in Notlagen kümmern, setzt man andere Schwerpunkte. An die Stelle von Hilfeleistungen für notleidende Familien ist ein vielfältiges Jahresprogramm mit attraktiven Kursen, Referaten und Ausflügen getreten, das inzwischen eine Broschüre füllt. Längst sind die Angebote konfessionsübergreifend. Wurde früher genäht und gestrickt, so verkaufen heute die Mitglieder am Jahrmarkt selbstgemachte Spezialitäten, mit dem Erlös unterstützen sie eine gemeinnützige Aufgabe. Der Stand am Jahrmarkt hat einen wichtigen Stellenwert im Vereinsjahr.

Mit einem Wunsch an die Zukunft schloss Manuela Schäfer ihre Ansprache: «Möge der Verein seine reiche Tradition fortführen, zum Wohle der Frauen und der Bevölkerung.»

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