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Der Finanzchef auf der Kanzel: Benedikt Würth gibt Fastenimpuls in der Kathedrale

Am Sonntag spricht der St.Galler Regierungsrat und Ständeratskandidat Benedikt Würth in der Kathedrale. Mit Wahlkampf habe das gar nichts zu tun, heisst es bei der Dompfarrei.
Katharina Brenner
Der Titel von Benedikt Würths Fastenimpuls lautet: «Die Welt gut gestalten. Impulse aus ‹Evangelii gaudium› aus Sicht eines Politikers». (Bild: Michel Canonica)

Der Titel von Benedikt Würths Fastenimpuls lautet: «Die Welt gut gestalten. Impulse aus ‹Evangelii gaudium› aus Sicht eines Politikers». (Bild: Michel Canonica)

Im Bundeshaus ist er noch nicht, dafür spricht er jetzt im grössten Gotteshaus der Ostschweiz. Der St.Galler Finanzchef und Ständeratskandidat Benedikt Würth hält am Sonntag einen Fastenimpuls im Chor der Kathedrale ab.

Das Thema der einstündigen Veranstaltung lautet: «Die Welt gut gestalten. Impulse aus ‹Evangelii gaudium› aus Sicht eines Politikers». An den vergangenen Sonntagen sprachen eine Psychiaterin und ein Jesuit. Diesen Sonntag ist Würth zu hören, am übernächsten Passionsmusik.

Der Parteiname steht nicht auf den Wahlplakaten

Bisher spielte das C der CVP in Würths Wahlkampf keine grosse Rolle. Unter den Werten, für die er einstehe, nennt er auf seiner Homepage einen «verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung». Es ist der einzige religiöse Verweis. Auf Würths Wahlplakaten sucht man das C – aber auch das V und das P – vergeblich. «Mein Wahlkampfteam wollte diese Wahl bewusst auf mich als Person ausrichten», sagte Würth gegenüber unserer Zeitung. Wer den Stimmzettel in die Hand nehme, wisse, wer wo stehe.

Am Sonntag wird Würth also im Chor der Kathedrale stehen. Kommt das einer Wahlempfehlung seitens der Katholischen Kirche gleich? Eine solche gibt das Bistum – ebenso wie die Reformierte Kirche im Kanton – nicht ab, ist auf Anfrage zu erfahren.

Zu Würths Vortrag möchte das Bistum ebenfalls keine Stellung nehmen. Die Aktion sei Sache der Dompfarrei. Nur so viel: Der Zusammenhang zwischen Fastenimpuls und Wahlkampf sei gesucht.

Dompfarrer Beat Grögli sagt:

«Ich habe Benedikt Würth für diesen Impuls angefragt, bevor der Ständeratssitz überhaupt frei war.»

Ausgangspunkt sei gewesen, dass Würth – neben anderen Politikern – eingeladen worden war, in einer Versammlung des Bistums zum Thema Kirche und Politik zu sprechen.

Inspiriert vom Schreiben des Papstes

Der Regierungsrat habe sich in seinen Ausführungen «sehr inspirieren lassen» vom Schreiben «Evangelii gaudium» von Papst Franziskus, so Grögli weiter. Im Fastenimpuls könne er seine «guten Gedanken» nun einem «weiteren Kreis von Interessierten» zugänglich machen.

«Evangelii gaudium» war das erste Apostolische Schreiben von Papst Franziskus. Es stammt aus dem Jahr 2013. Der Papst ruft darin zum Kampf gegen Armut und Ungleichheit auf und ermuntert Christen, die Botschaft des Evangeliums zu leben und zu verkünden. Jetzt diene uns nicht eine «reine Verwaltungsarbeit», heisst es darin.

«Versetzen wir uns in allen Regionen der Erde in einen Zustand permanenter Mission.»

Das könnte Würth zu Ausführungen inspiriert haben. Denn als im Herbst spekuliert wurde, ob er als Bundesrat kandidieren wird, zitierte diese Zeitung Würths Kritiker mit den Worten, er sei «ein geschmeidiger Verwalter», «zu defensiv, zu wenig zupackend».

Weiter wird im päpstlichen Schreiben jeder Christ aufgefordert, «hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen». Sollte Würth sein Ziel namens Ständerat erreichen, könnten diese Worte sehr bedeutsam werden. Von Bern aus gesehen liegt die Ostschweiz nämlich genau dort.

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