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Der FCSG sondiert im Vatikan

Silvan Lüchinger

Zu früh, bedauern jene, die zu schätzen wissen, was er für den Verein geleistet hat. Nicht zu früh, meckern die andern, die vor allem das sehen, was er nicht gemacht hat. Sei’s drum – Dölf Früh geht. Jetzt gilt es, rasch einen Nachfolger zu finden. Ein wichtiges Kriterium ist bekannt: Der neue Chef des FCSG muss kein reicher Mann sein. «Geld spielt keine Rolle» heisst es – was nur heissen kann, dass Frühs Geldsäckel offen bleibt. Das erleichtert natürlich die Kandidatensuche ungemein. Ganz anders als beim FC Basel, wo der abtretende Präsident sein Geld mitgenommen hat und somit nur wenige in Frage kamen.

Es wäre deshalb bedauerlich, wenn die Findungskommission den Kreis der Anwärter unnötig einschränken würde. Namen wie Gallix, Retep 16 und ERW sind ernsthaft zu prüfen. Sie haben sich in der Vergangenheit mit zahlreichen online-Kommentaren aus der gesicherten Deckung einen Namen gemacht und enormen fussballerischen Sachverstand an den Tag gelegt. Mit Leuten von ihrem Kaliber an der Spitze müsste keinem Gegner des FC St. Gallen mehr bange sein.

Aber es gibt da auch noch andere Namen, mit denen die Ostschweizer Furore machen könnten. Lieblingsgegner Vaduz wird ja wohl aus der Super League absteigen. Mit ihm wird auch Ruth Ospelt abtauchen, die einzige Frau an der Spitze eines Super-League-Clubs. Könnte der FCSG diese Östrogenlücke füllen, wäre ihm hohe Aufmerksamkeit gewiss. Zum Beispiel mit Ruth Metzler. Die immer noch junge alt Bundesrätin ist wieder klar im Aufwind. Zwischenzeitlich wegen ein paar läppischen Sitzungshonoraren verschämt in der Versenkung verschwunden, macht sie wieder von sich reden. Bereits hat sie es wieder zur Olma-Botschafterin gebracht. Zugegeben, es war keine Volkswahl. Mit Sympathieträgerin Metzler an der Spitze könnten die Frauen im Publikum zur Mehrheit werden. Dass die meisten Ausserrhoder dann nicht mehr in den Kybunpark kämen, wäre zu verschmerzen. Nach dem Millionenloch in ihrer Staatskasse müssen sie sich jetzt ohnehin auf das Wesentliche konzentrieren.

Ein Mann von Format ist allenfalls in Rom zu haben. Papst Franziskus hat mehr als einmal gesagt, er wolle seinen Job nicht länger als vier, fünf Jahre ausüben. Diese Zeit ist bald um, und Franziskus Affinität zum Fussball ist bekannt. Mehr als einen alt Papst braucht es bei immer weniger Kirchgängern nicht, zumal Benedikt XVI seinen Job hervorragend macht. Franziskus könnte für den FCSG jene Bande nach Südamerika wieder knüpfen, die ihm schon einmal Glück gebracht haben. Wenn im Kybunpark Argentinier statt wie im Espenmoos Chilenen auflaufen, ist das egal. Der FC Wil hat bewiesen, dass man mit allen Nationalitäten zurecht kommt, wenn Geld keine Rolle spielt.

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es zwischen St. Gallen und dem Vatikan bereits intensive Kontakte geben. Joe Zinnbauer hat demnach ein Training des FC Schweizergarde geleitet. Das nachfolgende Spiel ging zwar verloren, aber Zinnbauer habe Fortschritte erkannt, weiss der Osservatore Romano. Bei dieser Gelegenheit liess er sich auch ein Christus-Tattoo stechen. Franziskus habe alles mit Wohlgefallen registriert, heisst es. Fussball-St. Gallen darf träumen: Herrgott Früh als graue Eminenz, ein Papst als geschäftsführender Präsident und Jesus als Coach am Spielfeldrand. Der FC Wil wollte in die Champions League. Der FC St. Gallen wird den Kübel holen.

Silvan Lüchinger

silvan.luechinger

@tagblatt.ch

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