Kolumne
Der Experte für Ernährung tritt ab

Nach 33 Jahren am Ostschweizer Kinderspital tritt Josef Laimbacher auf Ende dieses Jahres in den Ruhestand.

Janina Gehrig
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So bunt wie möglich essen. So lautet Josef Laimbachers Rezept. Fünf Portionen Früchte und Gemüse am Tag, wenig raffinierter Zucker, hochwertige Öle. Eine einfache Botschaft. Warum Kinder und Erwachsene trotzdem immer dicker werden, musste der Chefarzt Jugendmedizin am Ostschweizer Kinderspital immer wieder in Interviews und an Vorträgen erläutern. Gern wird der Spezialist für Essstörungen landauf landab auch um Rat gefragt, wenn es um Themen wie Mobbing, die Pubertät, überforderte Kinder oder krebserregende Stoffe im Babymilchpulver geht. Dann hat er sich in breitem Appenzellerdialekt für das Wohl der Kinder eingesetzt oder zuweilen auch in Panik geratene Eltern beruhigt.

Nun geht Laimbacher auf Ende Jahr in Pension. Seit 1987 war er am Kispi tätig, seit 2007 als Chefarzt Jugendmedizin, dessen Bereich er zu einem selbstständigen aufgebaut hatte. Der 64-Jährige, der auch die Adipositas-Kommission Schweiz leitet, ist als Sohn der Konditorenfamilie Laimbacher in Appenzell aufgewachsen und studierte in Zürich und Fribourg Medizin. Er sei Arzt geworden, weil er für «Menschen da sein» möchte, hat er einmal gegenüber dieser Zeitung gesagt. Dabei ist Laimbacher auch für die Eltern da gewesen, die er wenn möglich in die Therapie von übergewichtigen Kindern mit einbezog. Nach 2020 wird der Vater von drei erwachsenen Kindern und vier Grosskindern Zeit finden, um selber zu kochen, was auf den Tisch gehört.