Der erste Corona-Fall im Thurgau, der zweite im Kanton St.Gallen

Jetzt ist auch der Thurgau Corona-Gebiet: Eine 47-jährige Ärztin aus dem Raum Kreuzlingen hat sich mit dem Virus infiziert.

David Grob, Christoph Zweili, Regula Weik
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Die Personen, die mit der Ärztin in Kontakt standen, stehen unter Quarantäne – darunter auch ihre beiden Kinder. Deren Tests seien aber negativ ausgefallen. Die beiden schulpflichtigen Kinder besuchen die Schule derzeit aber nicht.

Agnes Burkhalter, Thurgauer Kantonsärztin.

Agnes Burkhalter, Thurgauer Kantonsärztin.

Donato Caspari

Die Frau habe sich im privaten Umfeld bei einer erkrankten Person in der Schweiz angesteckt, sagte die Thurgauer Kantonsärztin Agnes Burkhalter an einer Medienkonferenz. Wie und wo sich die Ärztin genau infiziert habe, wollte Burkhalter nicht sagen. Nur so viel: «Die Ärztin war in keinem der beiden Kantonsspitäler tätig.» Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut: «Sie zeigt nur milde Symptome», sagte Burkhalter.

Am Mittwochnachmittag war ein erster Test positiv ausgefallen. Die Zweituntersuchung im Referenzlabor für Viruserkrankungen in Genf bestätigte den Verdacht. Es folgte, was folgen muss: «Engere Kontaktpersonen» ausfindig machen, mit Quarantäne isolieren – um so eine Weiterverbreitung des Virus möglichst einzuschränken. 30 Personen hat das kantonale Amt für Gesundheit als Kontaktpersonen identifiziert und unter Quarantäne gestellt. Damit hat sich die Zahl der Personen in Quarantäne im Thurgau verdreifacht. «Zuvor waren 15 Personen isoliert, jetzt sind es 45», sagte Burkhalter.

Zweiter bestätigter Fall einer Corona-Patientin

Im Kanton St. Gallen hat sich eine Frau aus dem Raum St.Gallen angesteckt, es ist die zweite Person mit dem Corona-Virus. Sie ist laut Staatskanzlei zu Hause isoliert, wird vom Kantonsspital betreut und befinde sich derzeit in guter gesundheitlicher Verfassung. Die Frau hatte sich über einen bereits bekannten Fall infiziert und sich deshalb aus eigenem Antrieb in Quarantäne gesetzt.

«Für die Bevölkerung besteht kein erhöhtes Risiko», heisst es in der Mitteilung. Die Frau bleibe bis 48 Stunden nach Ende der Symptome und insgesamt zehn Tage zu Hause. Sie sei über das richtige Verhalten instruiert. Das Kantonsspital St.Gallen stehe in täglichem Kontakt mit der Frau, falls eine Hospitalisation notwendig würde. Noch ausstehend ist der zweite Labortest des Referenzlabors in Genf.

Erstmals war das Corona-Virus Mitte Woche im Kanton nachgewiesen. Auch damals war eine Frau betroffen. Sie hatte sich im Februar drei Tage in Mailand aufgehalten. Eine Hospitalisierung war auch bei ihr nicht notwendig.

Frau in Teufen positiv getestet

In Appenzell Ausserrhoden gibt es einen bestätigten Fall: Eine 50-jährige Frau aus Teufen war positiv auf das Virus getestet worden. Das Referenzlabor hat die erste Ansteckung im Kanton inzwischen bestätigt. Die Frau zeige nur leichte Symptome und diese seien bereits rückläufig, sagte die Ausserrhoder Kantonsärztin Franziska Kluschke gestern vor den Medien. Die Patientin befinde sich zu Hause.

Drei im Kanton wohnhafte Personen, die mit ihr unmittelbaren Kontakt hatten, seien ausfindig gemacht worden und stünden an ihrem Wohnort unter Quarantäne. Sie gelten als Verdachtsfälle für weitere Ansteckungen. Weitere Personen, die sich mit der Frau getroffen hatten, wohnen nicht im Appenzellerland – sie werden durch die Gesundheitsdepartemente ihrer Kantone betreut.

Appenzell Innerrhoden ist derzeit der einzige, bislang Corona-Fall-freie Ostschweizer Kanton.