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Automatisierte Züge bei der Südostbahn: Der Computer ist der Co-Pilot

Die Südostbahn ist auf der Reise zum automatisierten Zug einen Schritt weiter. Drei industrielle Anbieter wollen Lösungen aufzeigen. Klar ist: Der Lokführer bleibt im Stand.
Christoph Zweili
Die SOB testet ab 2019 automatisiert fahrende Züge im praktischen Alltag. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Die SOB testet ab 2019 automatisiert fahrende Züge im praktischen Alltag. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Rail Systems, Stadler Bussnang und Bombardier haben klare Vorstellungen, wie der automatisierte Führerstand einer Lokomotive aussehen könnte. Ein Preisgericht hat die erfolgreichsten Konzepte aus einem Wettbewerb der Südostbahn beurteilt, in dem industrielle Lösungen für den SOB-Pilotbetrieb gefragt waren. «Wir werden nun ein oder zwei Angebote weiter bearbeiten», sagt Thomas Küchler, der Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Selbstfahrende Züge sind zu teuer

Der Schienenverkehr werde 2040 weitgehend automatisiert sein, sagt Küchler, dessen Unternehmen bei der Entwicklung an der Zukunftslösung an vorderster Front mitwirkt – das Ziel sei eine Kapazitätserhöhung im Schienenverkehr und eine Kostenreduktion – mittels technischer Innovation. Er spricht von einer Assistenzfunktion des Computers, «die das Berufsbild des Lokführers stark verändern wird». Selbstfahrende Züge ohne Lokführer sind für die Branche aktuell nicht das Ziel, «aus rein ökonomischen Gründen. Die Kosten dafür wären viel zu hoch.» Der Mehrnutzen von solch vollständig automatisierten Zügen würde «praktisch weggefressen». Das Ziel sei es, automatisierte Züge mit Lokführer auf der bestehenden Infrastruktur ohne zusätzliche Anpassungen zu fahren. Im Juni 2017 hatte die SOB für 2019 einen Pilotversuch auf einer wenig befahrenen Regionalstrecke angekündigt. Ab 2021 sollen dann automatisierte Züge zwischen Einsiedeln und Wädenswil im kommerziellen Betrieb fahren. «Dieser Fahrplan gilt immer noch», sagt Küchler. «Wir werden zuerst die automatisierten Fahrzeuge im Nachtbetrieb zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel testen. Später sollen sie dann tagsüber im Schattenbetrieb, also hinter einem Regelzug, fahren.»

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte den SOB-Antrag zuerst zurückgestellt und die Zusage von Bundesgeldern von einer Branchenlösung für das automatisierte Fahren abhängig gemacht. Heute sei das BAV aber überzeugt, dass die SOB mit dem Pilotprojekt «einen wichtigen Puzzlestein auf dem Weg zum automatisierten Fahren beitragen kann». Der SOB-Versuch ist Teil des übergeordneten, nationalen Programms Smartrail 4.0, das erst am Anfang steht und einen langfristigen Horizont bis 2040 hat. Daran beteiligt sind mittlerweile auf Druck des Bundes auch die SBB, die BLS und sogar die Schmalspurbahn RhB. Sie wollen die Digitalisierung nutzen, um die Kapazität und die Sicherheit in der Bahninfrastruktur weiter zu erhöhen.

Metro in Lausanne als Beispiel

Dass der automatisierte Betrieb sicher sein kann, zeigt die Lausanner Metro, die oberirdisch ausserhalb der Stadt verkehrt. Abgekoppelt vom SBB-Bahnnetz steuern drei Personen pro Schicht auf fünf Kilometer Distanz an Bildschirmen bis zu 15 Züge, die im besten Fall in nur 60 Metern Distanz verkehren. «Die Bahnen gehen davon aus, dass sich mit neuen digitalen Systemen die Kapazitäten auf der bestehenden Schieneninfrastruktur erhöhen lassen», sagt Küchler. «Denkbar wäre, dass diese ‹Autopiloten› die Regie in den Knotenbahnhöfen übernehmen, damit die Lokführer nicht im Sekundentakt einem Staccato aus Anweisungen ausgesetzt sind.» Fehlleistungen würden durch die Sicherheitstechnik verhindert: «Diese ist heute schon im Einsatz.»

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