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Der Borkenkäfer frisst sich durch den St.Galler Wald

Jetzt zeigen sich die Ausmasse der Trockenheit im vergangenen Jahr. Im St.Galler Wald sind zahlreiche Tannen und Fichten dürr. Zudem setzt den Bäumen der Borkenkäfer zu. Mehr Artenvielfalt soll Abhilfe schaffen.
Katharina Brenner
In diesem Schutzwald in Brunnadern stehen einige dürre, rot verfärbte Weisstannen. (Bild: Benjamin Manser)

In diesem Schutzwald in Brunnadern stehen einige dürre, rot verfärbte Weisstannen. (Bild: Benjamin Manser)

Einige Baumkronen sind braun und rot verfärbt. Dass es dem Schutzwald an der Wasserfluhstrasse in Brunnadern schlecht geht, ist vom gegenüberliegenden Hügel gut zu erkennen. Dort hat Wald St. Gallen und Liechtenstein, der Verband der Waldeigentümer, am Dienstag zu einer Medienbegehung eingeladen. «Dieses Jahr zeigt sich, wie sehr die Trockenheit im vergangenen Jahr den Bäumen zusetzt», sagte Geschäftsführer Heinz Engler. Den Nadelbäumen fehlt das Wasser.

Die Trockenheit ist das eine Problem. Das andere ist der Borkenkäfer. Der Krummzähnige Weisstannen-Borkenkäfer befällt vor allem Tannen. Engler vergleicht den Wald mit Menschen: «Wenn unser Immunsystem geschwächt ist, werden wir eher krank.» Die von der Trockenheit geschwächten Weisstannen würden besonders häufig von Borkenkäfern befallen. Zudem kommt den Käfern das warme Klima entgegen. Wenn es gut läuft für sie, wie in diesem Jahr, bringen sie es auf drei Generationen.

Gegen die Borkenkäfer sind Waldbesitzer und Förster recht machtlos. Nikolaus Fankhauser, Förster Waldregion Toggenburg, sagt:

«Pestizide dürfen wir nicht einsetzen und das wollen wir auch nicht.»

Befallene Bäume zu fällen und anschliessend in einem Nasslager zu behandeln, sei eine Option. Die Bäume zu entrinden, eine andere. Denn der Borkenkäfer frisst sich durch die Rinde.

Noch erfüllt der Schutzwald seine Funktion

An der Wasserfluhstrasse in Brunnadern müssen die abgestorbenen Weisstannen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Noch schützt dieses Waldstück die Häuser und Höfe am Hang vor Steinschlag und erfüllt seine Funktion als Schutzwald. Die Frage ist, wie lange noch. Der Tenor gestern: Der Wald muss dem Klima angepasst und artenreicher werden.

Im Sarganserland sei die Lage angespannt, ebenso in der Region Wil Oberbüren, sagt Heinz Engler. Das Toggenburg sei besonders betroffen, weil es hier viel Privatwald gebe. Der Kanton St. Gallen zählt 16000 Privatwaldbesitzer. Anders als für Schutzwald gibt es für private Wälder keine öffentlichen Gelder. «Deshalb machen einige Besitzer nur das Nötigste. Sie sind vom Holzpreis abhängig, der viel zu tief ist.» Thomas Ammann, Präsident Wald St.Gallen und Liechtenstein, und CVP-Nationalrat, ergänzt:

«Der Holzpreis ist so tief wie zuletzt vor 20 Jahren.»

Auf die Qualität des Holzes hat der Borkenkäfer keine Auswirkungen, aber auf sein Aussehen. Bei Befall bildet sich am Stamm ein bläulicher Ring. «Blaue Streifen im Holz möchte kaum jemand», sagt Engler. Das viele Holz, das nun gefällt wird, werde wohl im Winter verheizt.

Ammann und Engler geben sich hoffnungsvoll

Trotz allem zeigt sich Ammann hoffnungsvoll. Die Politik habe erkannt, wie wichtig der Wald als Schutz, Rohstofflieferant, Lebensraum und zur Erholung sei. Ammann freut sich, dass der Kantonsrat im Juni die Motion «Massnahmen zur zielgerichteten und nachhaltigen Entwicklung des St. Galler Waldes» gutgeheissen hat.

Während die Medieneinladung mit der Frage «Kommt jetzt ein Wald- oder Bäumesterben?» alarmistisch klang, sagt Engler in Brunnadern, dass er das Wort «Waldsterben» nicht gerne verwendet. Der Wald habe sich noch immer erholt.

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