Der Bodensee – eine Badewanne

Am Bodensee ist alle zehn Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen, wie es die Ostschweiz vergangene Woche erlebt hat. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass der See einen unregulierten Abfluss hat.

Umberto W. Ferrari
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Der Bodensee ist vergleichbar mit einer Badewanne, die von mehreren unterschiedlich leistungsfähigen Wasserhähnen gefüllt wird, aber über nur einen Abfluss verfügt. Der grösste dieser Wasserhähne ist der Rhein, der 62 Prozent des Wassers bringt. Im Jahresdurchschnitt sind das 225 Kubikmeter oder 225 000 Liter Wasser pro Sekunde. Beim Hochwasser in der Ostschweiz während der vergangenen Woche lag der Höchstwert laut Bundesamt für Umweltschutz beim Zehnfachen, nämlich bei rund 2400 Kubikmetern Wasser pro Sekunde (2,4 Millionen Liter).

Maximal können bei Stein am Rhein lediglich 1300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Bodensee fliessen. Weil aber viel mehr Wasser da war, stieg der Wasserpegel unaufhaltsam – bis er am 17./18. Juni die Gefahrenstufe vier erreichte und über die Ufer trat: Die Badewanne war übervoll.

Dies wiederum führt dazu, dass die Wasseroberfläche des Bodensees insgesamt um rund 13 Quadratkilometer grösser wurde.