Der bockige Moslem will wegziehen

ST.MARGRETHEN. Emir Tahirovic machte mit seinem Kampf gegen die Behörden schweizweit Schlagzeilen. Nun hat er genug vom Rummel und will St.Margrethen verlassen - am liebsten in Richtung Zürich oder Bern.

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Das Verhalten von Emir Tahirovic war der Auslöser für die Petition des "Komitees für die Erhaltung des sozialen Friedens". (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Verhalten von Emir Tahirovic war der Auslöser für die Petition des "Komitees für die Erhaltung des sozialen Friedens". (Bild: Hanspeter Schiess)

"Der bockige Moslem": So lautete der Titel eines Porträts, welches unsere Zeitung Ende August über Emir Tahirovic veröffentlichte. Darin wurde die Geschichte des Kampfs des 40-jährigen Bosniers gegen die örtlichen Behörden nachgezeichnet. Tahirovics Familie lebt von der Sozialhilfe und nach strengen Regeln. Für seine Tochter beispielsweise hat Tahirovic das Recht erstritten, mit dem Kopftuch zur Schule zu gehen, und er holt sie schnurstracks aus der Schule ab, wenn die Klasse spontan in die Badi gehen will. Nun hat Tahirovic offenbar genug vom Rummel um seine Person: Er liebäugelt mit einem Wegzug aus dem Rheintal.

Unterschriften gegen die Familie
"Wir möchten so bald wie möglich von St.Margrethen wegziehen", sagt Emir Tahirovic gegenüber "20 Minuten". Seine Begründung: Der Wirbel um das Kopftuch, den Schwimmunterricht und das Skilager der Tochter hätten der Familie zugesetzt. Zum Rummel trug auch eine Petition eines "Komitees für die Erhaltung des sozialen Friedens" bei: Diese fordert den St.Galler Regierungsrat auf, die Aufenthaltsbewilligung von Tahirovics Familie nicht zu verlängern oder ihr diese sogar zu entziehen.

Verzicht auf Sozialhilfe?
Wie Emir Tahirovic zu "20 Minuten" sagte, will die Familie am liebsten in ein urbanes Gebiet wie Zürich oder Bern wegziehen. Dies, sobald er selbst einen Job und eine Wohnung gefunden habe. Selbstverständlich werde er dann keine Sozialhilfe mehr beziehen, so Tahirovic. (red.)