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Der Ausbrecher von Appenzell ist gefasst

Vor wenigen Tagen floh er aus dem Untersuchungsgefängnis in Appenzell. Jetzt ist der 28-jährige Häftling wieder in Polizeigewahrsam. Der Mann, dem die St.Galler Polizei bewaffnete Raubüberfälle vorwirft, wurde in Bad Dürrheim in Süddeutschland geschnappt - zusammen mit seiner Ehefrau.
Hier aus dem Gefängnis in Appenzell ist der Häftling aus dem obersten Stockwerk geflohen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Hier aus dem Gefängnis in Appenzell ist der Häftling aus dem obersten Stockwerk geflohen. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Zeit zwischen Sonntagabend und Montagmorgen war der 28-Jährige, von der Polizei als gewalttätig beschriebene Mann aus dem Untersuchungsgefängnis in Appenzell geflohen. Die St.Galler Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Raubdelikten gegen ihn. Dem 28-Jährigen war es vor seiner Flucht gelungen, eine Eisenstange herauszureissen und sich dann durch eine 18 Zentimeter breite Öffnung zu quetschen. In der Folge seilte sich der Mann dann aus zehn Metern Höhe mit einem Leintuch ab. Wie die St.Galler Kantonspolizei am Donnerstagnachmittag nun meldet, konnte der Gesuchte nach Ermittlungen in Bad Dürrheim in Süddeutschland festgenommen werden.

Mit Auto geflüchtet
"Der Mann wurde zusammen mit einer ihm bekannten Frau in einem Auto aufgegriffen", sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, auf Anfrage. Wie das Konstanzer Polizeipräsidium in einer Meldung festhält, handelt es sich dabei um die Ehefrau des Flüchtigen. Bei den grenzüberschreitenden Fahndungsmassnahmen konnte das Auto der Ehefrau des Gesuchten am Donnerstagvormittag in Singen lokalisiert werden. Kurz darauf stiegen gemäss Meldung der Konstanzer Polizei ein Mann und eine Frau in das Fahrzeug und fuhren auf die A81 in Richtung Norden. Während der Verfolgungsfahrt konnte die Identität des Paares verifiziert werden. Der Gesuchte sowie dessen Ehefrau wurden in der Folge von Spezialkräften in Bad Dürrheim festgenommen.

"Es sind zwar einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, doch letztlich hat die Polizei dank eigenen Ermittlungen den Flüchtigen ausfindig gemacht", so Rezzoli. Wann der Mann an die Schweiz ausgeliefert werde, sei davon abhängig, ob er mit einer Auslieferung einverstanden sei. Falls er nicht zustimme, gebe es ein Auslieferungsverfahren.

Ob diese Flucht aus dem Untersuchungsgefängnis Appenzell eine Auswirkung auf das Strafmass habe, hänge davon ab, ob er während der Flucht erneut ein Delikt verübt habe. "Wie es in so einen Fall üblich ist, prüfen wir, ob es Delikte gab, für die der Beschuldigte in Frage kommen könnte", so Rezzoli. Die Spurenauswertung sei bereits im Gange. Falls es sich um ein Delikt in Deutschland handle, könnte der Mann theoretisch die Strafe dafür auch in Deutschland absitzen. Aber die Strafe könne mittels rechtsstaatlicher Übereinkunft auch an die Schweiz abgetreten werden.

Unbemerkt geflohen
Der Mann war in der Nacht auf Montag unbemerkt geflohen. Erst am Morgen danach bemerkte ein Passant das aus dem Fenster hängende Leintuch und schlug Alarm. Ab Dienstagnachmittag wurde nach dem flüchtigen Mann gefahndet. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft hatte die Kantonspolizei St.Gallen einen Fahndungsaufruf nach dem Mann gestartet. Dem 28-Jährigen werden mehrere bewaffnete Raubüberfälle vorgeworfen, die Polizei beschrieb ihn als gewalttätig. Darauf seien einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, schreibt die Polizei, die sich auch im Namen der Staatsanwaltschaft für die Mithilfe bedankt. (kapo/dwa/chs)

Noch mehr auf dem Kerbholz?

Im Communiqué zur Verhaftung des Ausbrechers von Appenzell erwähnt die Konstanzer Polizei nicht nur Raubdelikte, die dem Mann vorgeworfen werden: Auch von einer versuchten Tötung schreibt sie. Davon war in der Fahndungsmeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft St.Gallen nicht die Rede gewesen. Natalie Häusler, Sprecherin der Staatsanwaltschaft St.Gallen, hält fest, dass St.Gallen die Ermittlungen wegen einer versuchten Tötung von einem anderen Kanton übernommen habe. Weil derzeit noch völlig unklar sei, in welcher Art der Mann an diesem Delikt beteiligt gewesen sei beziehungsweise ob er ein Haupttäter sei, habe man darauf verzichtet, dies in der Fahndungsmeldung auch zu erwähnen. (dwa)

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