Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fast alles fährt Ski: So verlief die Wintersaison für die Ostschweizer Bergbahnen

Die Bergbahnbetreiber im Toggenburg, am Flumserberg und am Pizol ziehen eine positive Bilanz der Wintersaison. Sie ist allerdings noch nicht für alle abgeschlossen.
Katharina Brenner
Der Schnee kam spät, aber mit ihm eine gute Saison. (Bild: Benjamin Manser (Wildhaus, 28. Dezember 2018))

Der Schnee kam spät, aber mit ihm eine gute Saison. (Bild: Benjamin Manser (Wildhaus, 28. Dezember 2018))

«Erfreulich» – dieses Wort fällt oft, wenn man mit Ostschweizer Bergbahnbetreibern über die Wintersaison spricht. Am Flumserberg, am Pizol und in Wildhaus ist sie zu Ende, in Unterwasser wurde sie bis Ostern verlängert (siehe Infobox). Andernorts war das kein Thema, «auf Grund jahrelanger Erfahrung» am Flumserberg, «wegen Revisionsarbeiten» am Pizol und weil sich der Besucherandrang zu dieser Zeit in Grenzen halte – so auch in Wildhaus.

Die Ostschweizer Skigebiete verzeichneten diesen Winter 1,1 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt waren es 5,2 Prozent mehr, wie Seilbahnen Schweiz in einer ersten Saisonbilanz schreibt. Der Umsatz ging um 0,8 Prozent zurück, stieg aber im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt um 8,1 Prozent an. Damit hält der Aufwärtstrend an. Nachdem die Schweizer Seilbahnen seit 2008 über Jahre Gäste aus den Euroländern verloren hatten, sind die Zahlen nun zum zweiten Mal in Folge gestiegen.

Diese Skigebiete sind noch 
bis Ostern offen

(kbr) Wer im April noch Skifahren möchte, hat dazu in der Ostschweiz einzig in Unterwasser die Gelegenheit. Allerdings nur an den Wochenenden: am 13. und 14. April sowie an Ostern vom 19. bis zum 22. April. «Aufgrund der ausgezeichneten Schnee- und Pistenverhältnisse» hätten sie die Saison verlängert, sagt Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen, auf Anfrage. Dies werde «insbesondere von den Saisonabonnenten sehr geschätzt». In der weiteren Umgebung haben einige Skigebiete täglich bis Ostermontag geöffnet: Flims-Laax, Arosa-Lenzerheide, Davos-Klosters sowie die vorarlbergischen Gebiete Silvretta Nova und Damüls-Mellau. Seit dieser Woche herrscht in all diesen Skigebieten Nachsaison; es sind in der Regel nicht mehr sämtliche Anlagen in Betrieb. In Arosa Lenzerheide erhalten Wintersportler deshalb 20 Prozent Rabatt auf die ordentlichen Tarife.

Roger Walser, Präsident und Geschäftsführer des Ostschweizer Verbands der Seilbahnunternehmungen, sagt: «Erfreulicherweise sind in gewissen Gebieten die deutschen Feriengäste zurückgekehrt.» Er betont die «positive Stimmung der Wintersportler an den schönen Schneetagen» und dass die Ostschweiz «nicht in den Preiskrieg anderer Schweizer Wintersportregionen eingestiegen» sei. Wetter, Währung und Wirtschaft, «die drei wichtigen W des Tourismus waren diesen Winter gut», meint Pietro Beritelli, HSG-Tourismus­experte und Verwaltungsratspräsident von Heidiland Tourismus. Und so war die Saison in den einzelnen Gebieten:

Flumserberg: Späte Erlösung

Heinrich Michel, CEO der Bergbahnen Flumserberg, erzählt eine Erlösungs­geschichte: Erst sei der Schnee ausgeblieben, der tägliche Winterbetrieb startete am 12. Dezember «deutlich später» als im Vorjahr.

«Dadurch fehlten uns bis zu den Weihnachtstagen substanzielle Ticket- und Gastronomieeinnahmen.»

Kurz vor Weihnachten dann Dauerregen, der das Team «emotional auf eine harte Probe» gestellt habe. Schliesslich«die Erlösung»: heftiger Schneefall am Weihnachtsmorgen und sonnige Festtage mit «enorm hohen Gästefrequenzen».

Besucherreichster Tag war der 1. Januar mit 11'239 Gästen. Das «Wintermärchenwetter» während der Sportferien habe die «eigentliche Basis für die tolle Saisonbilanz» gebildet. Die Gastronomieumsätze wurden um knapp 10 Prozent gesteigert, sie machen gemäss Michel ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Die Bergbahnen Flumserberg zählten diesen Winter 448'694 Ersteintritte, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Pizol: Finanzielle Entspannung

Am Pizol war der besucherreichste Tag der 16. Februar mit 5800 Gästen. Insgesamt verzeichneten die Bahnen 240'000 Ersteintritte, 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 9 Prozent. Die Erfahrungen mit dem wetterabhängigen Skiticket seien «erneut sehr positiv» gewesen, sagt CEO Klaus Nussbaumer. Bis zu acht Tage im Voraus können Wintersportler ein Ticket kaufen, dessen Preis sich nach dem prognostizierten Wetter richtet. Der Kunde zahlt bis zur Hälfte weniger.

Erstmals verkauft wurden die Tickets in der vorletzten Saison, insgesamt 1000. In der letzten Saison waren es 4000, in dieser doppelt so viele. Hat sich die finanzielle Situation am Pizol entspannt? «Ja», meint Nussbaumer. Neben den «sehr guten Umsätzen» im Sommer und Winter sei die Abgeltung des öffentlichen Interesses «ein wichtiger Bestandteil der Liquidität». Die Pizolbahnen haben ein strukturelles Defizit von 850'000 Franken pro Jahr. Der Kanton und sechs Gemeinden schiessen über sechs Jahre insgesamt vier Millionen Franken ein.

Wildhaus: Harziger Start

In Wildhaus war diese Wintersaison die «beste» der vergangenen fünf Jahre, sagt Marketingleiter Jürg Schustereit. Die Ersteintritte seien im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 150'000 gestiegen. Der Umsatz legte um 3,3 Prozent zu.

Schustereit fasst die Saison so zusammen: ein «harziger, etwas später Start» am 15. Dezember, ein «stürmischer und schneereicher» Januar, ein «rekordverdächtiger» Februar und ein März mit «zahlreichen Events». Der besucherreichste Tag war – wie am Pizol – der 16. Februar mit über 4000 Gästen.

Unterwasser: Fliessendes Ende

In Unterwasser läuft die Wintersaison noch. «Wir können deshalb noch keine Bilanz ziehen», sagt Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen. Zudem gingen die Winter- und Sommersaison am Chäserrugg «harmonisch» ineinander über. Bis anhin seien sie «sehr zufrieden».

Die Zahl der Ersteintritte liege im Durchschnitt der letzten Jahre. «Die Winter­ferien waren über mehrere Wochen verteilt. Das trug zu einer sehr guten Auslastung der Skischule bei.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.