Der anders lebt

Der Jugend auf der Spur. So lebt Sebastian Wittchen. Benjamin Manser hat ihn begleitet.

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Er lebe in den Tag hinein, geniesse das Leben, kümmere sich wenig um das Morgen – «ein wenig ein Chaot», sagt Benjamin Manser. Und dann: «Er ist das Gegenteil von mir.»

Benjamin Manser ist Praktikant im Tagblatt-Fotografenteam. Der «Chaot» ist Sebastian Wittchen. Die beiden kannten sich kaum, ein wenig wussten sie voneinander – über Kollegen. Dann muss Manser in seinem einjährigen Studiengang «Redaktionelle Fotografie» am Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern eine Arbeit zum Thema Jugend abliefern. Und rasch ist ihm klar: Er will einen «Problemjugendlichen» thematisieren, sprich vor die Linse holen – Sebastian Wittchen. «Ich wollte in eine andere Welt eintauchen», sagt Manser. Und Wittchen machte mit.

Mehrmals besuchte Manser den jungen Deutschen in St. Gallen – ohne Kamera. Erst nach einigen Treffen packte Manser die Kamera ein und begleitete Wittchen in den Ausgang, zum Tätowierer, an seinen Arbeitsplatz am Tresen und in der Küche eines Gastrobetriebs. «Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser», erzählt Manser, «er hatte eine schwierige Jugend, haute von daheim ab, jobbte mal hier, mal dort, arbeitete an Bars und auf dem Bau, begann eine Lehre, brach sie ab und nimmt nun einen zweiten Anlauf: Er hat eine Lehrstelle als Zimmermann.» (rw)