Der alte Ruf nach der ungeteilten Standesstimme

ST.GALLEN. Im Wahlkampf um den zweiten St.Galler Ständeratssitz argumentieren CVP und FDP wieder einmal mit der «ungeteilten Standesstimme». Der instrumentalisierte Begriff ist allerdings höchst fragwürdig und umstritten – je nach Standpunkt.

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Ungeteilt bürgerliches Glück: Erika Forster (FDP) und Eugen David (CVP) freuen sich 2007 in der St.Galler Pfalz über ihren Verbleib im Ständerat – Toni Brunner (SVP) ist ihnen unterlegen. (Bild: Ralph Ribi)

Ungeteilt bürgerliches Glück: Erika Forster (FDP) und Eugen David (CVP) freuen sich 2007 in der St.Galler Pfalz über ihren Verbleib im Ständerat – Toni Brunner (SVP) ist ihnen unterlegen. (Bild: Ralph Ribi)

Es ist Wahlkampf, und prompt macht ein sonst selten gehörter Begriff die Runde: die sogenannte ungeteilte Standesstimme. Die St.Galler CVP hat sich die Phrase ganz oben auf die Hüppi-Kampffahne geschrieben, die FDP folgt ihr lippensynchron auf dem Fuss. Das ist ein Klassiker: Wer die Standesstimme googelt, lernt schnell, dass sie in den allermeisten Fällen «ungeteilte bürgerliche» heisst. Und entsprechend umstritten ist – längst nicht nur auf linksgrüner Seite, sondern auch auf rechter.

Kritiker beschimpfen den ominösen Begriff als «hohles Zauberwort aus der Mottenkiste» und «egoistische Leerformel». Und sogar der Zürcher FDP-Präsident Beat Walti taxierte die ungeteilte Standesstimme unter dem Druck der Blocher-Kandidatur «im heutigen Umfeld» als «blutleeren Mythos».

Unsere Zeitung wollte wissen, was Politikwissenschaftler und die St.Galler Parteien zum Thema meinen. (mel)

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