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Kommentar

Der Alpstein ist kein Disneyland

Der Fall der Familie Knechtle vom Restaurant Aescher zeigt: Der Tourismus im Alpstein bringt immer mehr Gäste und Geld, aber auch grosse Herausforderungen mit sich. Das Wachstum in der Ostschweizer Bergwelt hat Grenzen.
Martin Oswald
Martin Oswald, Leiter Online.

Martin Oswald, Leiter Online.

Der Berg ruft. In Zeiten zunehmender Digitalisierung feiert die Natur ein Revival. Überraschend dabei; gerade eine junge Generation macht sich gerne auf zu den Bergspitzen und den blauen Seen. Doch der moderne Berggänger ist eine anspruchsvolle Spezies. Das ungefilterte Naturerlebnis soll es sein, aber bitte bequem erreichbar. Parkplätze direkt an der Talstation der Schwebebahn, WLAN im Berggasthof, nordische Decken im Massenschlag und warmes Wasser zum Duschen in der SAC-Hütte.

Der Wanderhype hat zweifelsfrei sein Positives. Nebst all den gesundheitsfördernden Aspekten freut sich primär der Tourismus über üppig sprudelnde Einnahmen. Die Ostschweiz darf sich daher glücklich schätzen, mit dem Alpstein ein so schönes wie vielseitiges Bergmassiv und Wandergebiet zu haben. Kaum eine andere Attraktion in der Region schafft es sonst, internationale Gäste auf ihrer Tour von Luzern aufs Jungfraujoch zu einem Abstecher Richtung Osten zu locken. Säntis und Aescher schaffen das.

Doch es gibt nicht den einen Alpstein. Ein Touristenmagnet wie der ausgebaute Säntisgipfel, weiss mit wachsenden Besucherströmen umzugehen. Kleine Orte wie der Äscher, die Meglisalp oder der Schäfler sind hingegen rasch überfordert. Der Platz ist begrenzt, ein Ausbau der Infrastruktur teuer und der Denkmalschutz darauf bedacht, den Charme zu bewahren. Zurecht. Toi-Toi-WCs mögen für wartende Touristen eine Erleichterung sein, passen aber schlecht zu einer Bergbeiz.

Diese kleinen Orte brauchen gleichermassen regulatorischen Schutz, aber auch Verständnis beim Gast. Ein abgelegener Gasthof mit langen Transportwegen, ohne fliessendem Wasser und kleiner Küche erfordert Herzblut, Knochenarbeit und Durchhaltevermögen für die Pächterfamilien. Diese Orte und seine Pächter gilt es trotz Touristenboom zu bewahren. Denn ein Disneyland zwischen Wasserauen und Wildhaus will niemand.

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