Den Tod in Kauf genommen

Das Bezirksgericht Weinfelden verurteilt einen 27jährigen Kosovaren zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft. Er stach seiner Freundin zweimal in den Bauch.

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WEINFELDEN. Unkontrollierte Messerstiche in Brust oder Bauch können tödlich sein. Um das zu wissen, bedarf es keiner besonderen Intelligenz. Das sagte der Weinfelder Gerichtspräsident Pascal Schmid am Donnerstag, als er das Urteil gegen einen 27jährigen Kosovaren verkündete. Der Fall war am Dienstag verhandelt worden.

Der Mann hatte am 26. März 2012 seine Ex-Freundin abgepasst und zweimal mit dem Messer auf sie eingestochen. Dass er die damals 18-Jährige nicht töten wollte, glaubt ihm das Gericht. Er habe aber ihren Tod in Kauf genommen. Der Beschuldigte behauptet, er habe mit ihr reden wollen. Sie weigerte sich, da habe er sie mit dem Messer «pieksen» wollen. Für Schmid ist die Aussage «eine unglaubliche Verharmlosung und Respektlosigkeit gegenüber dem Opfer».

Messer extra mitgenommen

Der Mann habe vorsätzlich gehandelt. Er sei extra nach Märwil gefahren, obwohl sein Fahrausweis eingezogen war. Er habe das Messer mitgenommen und im Ärmel versteckt. Die Stiche waren zwar nicht lebensgefährlich, aber das sei pures Glück gewesen. Damit habe er sich der versuchten vorsätzlichen Tötung und der einfachen Körperverletzung schuldig gemacht. Das Gericht spricht den Mann aber frei vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens.

Das Gericht verurteilt den Mann zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten. Er habe offenbar Mühe, sich an die Gesetze zu halten, sagte Schmid mit Blick auf die Jugendstrafen. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre und zwei Monate beantragt, der Verteidiger 20 Monate bedingt.

Genugtuung für Ex-Freundin

Die Ex-Freundin erhält eine Genugtuung von 8000 Franken Dazu muss der Mann rund 38 000 Franken Gerichts- und Verfahrenskosten zahlen. (san)