Den Städten St. Gallen und Wil fehlt noch der Boss – in 13 St. Galler Gemeinden kam es am Wochenende zu Kampfwahlen ums Präsidium, acht sind entschieden

In der Mehrheit der St. Galler Gemeinden mit umstrittenen Gemeindepräsidien haben sich die Bisherigen durchgesetzt. In Vilters-Wangs, Wartau und Rüthi kommt es zu zweiten Wahlgängen. Ebenso in den Städten Wil und St. Gallen – dort dürften die zweiten Runden am spannendsten werden.

Michael Genova und Regula Weik
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Sie steigen als Favoriten in den zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium: Hans Mäder (CVP) in Wil und Maria Pappa (SP) in St. Gallen.

Sie steigen als Favoriten in den zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium: Hans Mäder (CVP) in Wil und Maria Pappa (SP) in St. Gallen.

Bilder: Gian Ehrenzeller/Keystone, Gianni Amstutz

In 13 der 77 St. Galler Gemeinden kam es am Sonntag zu Kampfwahlen ums Präsidium. In acht Gemeinden wurde bereits im ersten Wahlgang eine neue Gemeindepräsidentin oder ein neuer Gemeindepräsident gewählt. Zu zweiten Wahlgängen kommt es in den Städten St. Gallen und Wil sowie in den kleineren Gemeinden Vilters-Wangs, Wartau und Rüthi.

Am spannendsten dürfte der Showdown in St. Gallen und in Wil werden. In St. Gallen starten SP-Stadträtin Maria Pappa und FDP-Kandidat Mathias Gabathuler als Favoriten in den zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium. Derweil steht Wil nach diesem Wahlwochenende ohne Führung da – eine Vorentscheidung ist ausgeblieben. Im zweiten Wahlgang müssen alle fünf Sitze der Stadtregierung besetzt werden. In der Pole-Position fürs Präsidium ist CVP-Kandidat Hans Mäder.

St. Gallen: Maria Pappa steigt als Favoritin in den zweiten Wahlgang

Mathias Gabathuler (FDP) erzielte das zweitbeste Resultat im Rennen ums St. Galler Stadtpräsidium.

Mathias Gabathuler (FDP) erzielte das zweitbeste Resultat im Rennen ums St. Galler Stadtpräsidium.

Bild: Michel Canonica

Maria Pappa steigt als Favoritin in den zweiten Wahlgang ums St. Galler Stadtpräsidium. Ein Spaziergang wird es für die Sozialdemokratin nicht, Pappa wird um ihre Wahl aber kämpfen müssen. Ob die Ostschweizer Metropole erstmals eine Frau an der Spitze haben wird, entscheidet sich am 29. November.

Markus Buschor (parteilos) landete im ersten Wahlgang ums St. Galler Stadtpräsidium auf Platz 3.

Markus Buschor (parteilos) landete im ersten Wahlgang ums St. Galler Stadtpräsidium auf Platz 3.

Bild: Benjamin Manser

Pappa erzielt am Sonntag 9116 Stimmen – 1679 mehr als der Zweitplatzierte, FDP-Kandidat Mathias Gabathuler. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landet der Parteilose Markus Buschor. Für den amtierenden und wiedergewählten Schuldirektor legen nur 4854 Wählerinnen und Wähler ein. Ob er noch einmal antreten wird, lässt Buschor nach dem Wahlausgang offen.

Ebenfalls noch nicht restlos geklärt ist die künftige Zusammensetzung des Stadtrats. Die vier bisherigen Mitglieder Maria Pappa (SP), Peter Jans (SP), Sonja Lüthi (GLP) und Markus Buschor (parteiunabhängig) sind alle wiedergewählt. Das beste Ergebnis erzielt Peter Jans. Von den neu Kandidierenden erzielt Mathias Gabathuler (FDP) das beste Resultat, gefolgt von Trudy Cozzio (CVP) und Karin Winter-Dubs (SVP). Den letzten Platz belegt Markus Müller (parteilos).

Im St. Galler Stadtparlament kommt es nur zu leichten Sitzverschiebungen zwischen dem linksgrünen und dem bürgerlichen Block. Stärkste Partei bleibt die SP mit 17 Sitzen (-1). Die FDP verliert zwei ihrer bisher zwölf Sitze, dafür erobert die Junge FDP neu einen Sitz dazu. CVP und SVP verlieren je einen Sitz. Beide stehen nun noch bei acht Mandaten. Gemischt fällt die Bilanz für die Grünen aus: Sie gewinnen gleich drei Sitze dazu und stehen nun bei sieben Sitzen. Im Gegenzug verliert aber ihre Jungpartei zwei Sitze und behält nur noch ein Mandat. Zu den Gewinnern der Wahlen gehören vor allem die Grünliberalen, die mit zwei Sitzgewinnen neu bei sieben Mandaten stehen. Dazu zieht auch die junge GLP mit einem ersten Sitz ins Parlament ein.

Wil: Die Äbtestadt steht ohne Exekutive da

Wil steht nach einem turbulenten Wahlwochenende nicht nur ohne neuen Stadtpräsidenten da – es hat auch keines der vier bisherigen Mitglieder des Stadtrats die Wiederwahl geschafft. Somit müssen im zweiten Wahlgang auch alle fünf Sitze in der Wiler Exekutive neu besetzt werden.

Der interimistische Stadtpräsident Daniel Meili (FDP) liegt nach dem ersten Wahlgang auf Platz drei.

Der interimistische Stadtpräsident Daniel Meili (FDP) liegt nach dem ersten Wahlgang auf Platz drei.

Bild: PD

Drei Männer hatten sich um die Nachfolge von Susanne Hartmann (CVP) beworben; die frühere Wiler Stadtpräsidentin war im Frühling in die St. Galler Regierung gewählt worden. Im Vorfeld war von einem Dreikampf mit offenem Ausgang die Rede gewesen. Doch nun liegt nach dem ersten Wahlgang der interimistische Stadtpräsident Daniel Meili (FDP) deutlich abgeschlagen hinter seinen beiden Konkurrenten.

Dario Sulzer (SP) hat im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat erzielt.

Dario Sulzer (SP) hat im ersten Wahlgang das zweitbeste Resultat erzielt.

Bild: PD

Das beste Resultat erzielt Hans Mäder (CVP), Gemeindepräsident von Eschlikon. Er erreicht knapp 2900 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 3712 Stimmen. Der bisherige Wiler Stadtrat und Kantonsrat Dario Sulzer (SP) liegt gut 750 Stimmen hinter Mäder.

Der vierte Kandidat, der parteilose Unternehmer Oliver Baumgartner, hatte sich kurzfristig zurückgezogen – doch da waren die Wahlzettel bereits gedruckt. Deshalb figuriert sein Name nun noch auf der Liste der Kandidaten. Baumgartner erzielt 801 Stimmen.

Stadtrat Meili war bereits 2012 fürs Präsidium angetreten, hatte damals dann aber auf den zweiten Wahlgang verzichtet, in dem sich Susanne Hartmann gegen Armin Eugster (CVP) durchsetzte. Gut möglich, dass Meili den damaligen Schritt wiederholt, umso mehr, als er auch in den Stadtratswahlen Kollege Dario Sulzer (er erzielt das beste Resultat, verfehlt aber knapp das absolute Mehr) und die beiden neu Kandidierenden Hans Mäder und Jigme Shitsetsang (FDP) vorbeiziehen lassen muss. Direkt hinter Meili liegt seine Stadtratskollegin Jutta Röösli (parteilos). Der bisherige Stadtrat Daniel Stutz (parteilos) landet auf Rang 8, noch hinter den neu Kandidierenden Ursula Egli (SVP) und Andreas Breitenmoser (parteilos).

Fazit: Wil hat keinen neuen Stadtpräsidenten und keine Stadträte. Es kommt somit auch um die fünf Sitze im Stadtrat zum zweiten Wahlgang. Dies ist nicht unbedeutend, denn: Für die Wahl als Stadtpräsident ist die Wahl als Mitglied des Stadtrats erforderlich.

Eggersriet: Gemeindepräsident deutlich wiedergewählt – doch eigentlich will er zurücktreten

Roger Hochreutener (CVP) ist als Gemeindepräsident von Eggersriet wiedergewählt.

Roger Hochreutener (CVP) ist als Gemeindepräsident von Eggersriet wiedergewählt.

Bild: Urs Bucher

Die Eggersrieter haben ihren streitbaren Gemeindepräsidenten Roger Hochreutener im Amt klar bestätigt. Das ist bemerkenswert, hatte der CVP-Politiker doch bereits während des Wahlkampfs seinen baldigen Rücktritt in Aussicht gestellt. Offenbar raubte die wilde Kandidatur der grünliberalen Lynn Blattmann Hochreutener die Lust aufs Gemeindepräsidium, nachdem er sich zu einer erneuten Kandidatur hatte überreden lassen. Nun will der 59-Jährige vorerst bleiben – wie lange noch ist unklar.

Herausforderin Blattmann holt zwar nur halb so viele Stimmen wie Hochreutener, bezeichnet ihr Resultat jedoch als «respektabel». Sie sieht sich als Vertreterin der Unzufriedenen im Dorf: «Die meisten Leute haben nicht für mich, sondern gegen ihn gestimmt.» Blattmann kündigt denn auch an, dass sie nach einem möglichen Rücktritt Hochreuteners erneut kandidieren werde.

Degersheim: Monika Scherrer lässt Herausforderin hinter sich

Monika Scherrer (CVP) bleibt Gemeindepräsidentin von Degersheim.

Monika Scherrer (CVP) bleibt Gemeindepräsidentin von Degersheim.

Bild: PD

In Degersheim kann sich Monika Scherrer (CVP) als Gemeindepräsidentin klar behaupten. Sie vereint 1089 der 1387 gültigen Stimmen auf sich. Ihre parteilose Herausforderin Daniela Grob Braun erhält lediglich 288 Stimmen. Die parteilose Drogistin, Bäuerin und Unternehmerin hatte im Vorfeld kritisiert, dass in Degersheim zu wenig in Gesamtkonzepten gedacht werde – das Stimmvolk sieht dies offensichtlich anders.

Neu in den fünfköpfigen Gemeinderat gewählt werden Catarina Eisenring (CVP) und Beat Stark (parteilos). Die bisherigen Gemeinderäte, Patrick Gemperle (CVP), Vreni Roth (SVP) und Aldo Senn (FDP), werden in ihren Ämtern bestätigt.

Niederhelfenschwil: Parteiloser gewinnt gegen SVP-Kantonsrat

Peter Zuberbühler ist neuer Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil.

Peter Zuberbühler ist neuer Gemeindepräsident von Niederhelfenschwil.

Bild: PD

In Niederhelfenschwil wählt die Bevölkerung den parteilosen Peter Zuberbühler zum neuen Gemeindepräsidenten. Er setzt sich deutlich gegen SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger durch, der seit 15 Jahren im Dorf lebt. Weit abgeschlagen auf Platz drei landet der ebenfalls parteilose Wilhelm Bläuer aus Zuckenriet.

Peter Zuberbühler steht nun ein Wohnungswechsel bevor: Der 44-Jährige war bisher nebenamtlicher Gemeindepräsident von Wasterkingen im Zürcher Bezirk Bülach.

Im Gemeinderat kommt es zu einem zweiten Wahlgang: Gewählt werden der Bisherige Ruedi Gschwend (parteilos) und der Neue David Buchmann (FDP). Die weiteren Kandidierenden erreichen das absolute Mehr nicht.

Wildhaus-Alt St.Johann: Rolf Züllig haushoch bestätigt – Simon Ammann stürzt ab

Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, schafft die Wiederwahl.

Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, schafft die Wiederwahl.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Die Wiederwahl von Rolf Züllig als Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann ist unbestritten: Der Parteilose erhält 840 der 1173 eingegangenen Stimmen. Sein ebenfalls parteiloser Herausforderer Renato Pedrolini holt lediglich 287 Stimmen. Züllig dürfte von seinem hohen Bekanntheitsgrad profitiert haben: Im ungelösten Toggenburger Bergbahnenstreit ist er ein gefragter Gesprächspartner.

Skispringer Simon Ammann schafft den Sprung in den Gemeinderat von Wildhaus-Alt St.Johann nicht.

Skispringer Simon Ammann schafft den Sprung in den Gemeinderat von Wildhaus-Alt St.Johann nicht.

Bild: Hanspeter Schiess

Anders ergeht es dem Skispringer und Unternehmer Simon Ammann, der in den Gemeinderat einziehen wollte. Ammann stürzt im ersten Wahlgang ab – er kann lediglich 209 Stimmen auf sich vereinen und landet damit lediglich auf dem siebten Platz. Ammanns Kandidatur stiess im Vorfeld auch auf Gegenwind. Der 39-Jährige ist Verwaltungsrat der Toggenburg Bergbahnen, die seit Jahren mit der Bergbahnen Wildhaus AG im Streit liegen. Dass seine Kandidatur etwas mit diesem Zwist zu tun haben könnte, verneinte Ammann stets.

Einzig Walter Hofstetter (CVP, bisher) schafft auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat. Die anderen Kandidatinnen und Kandidaten erreichen das absolute Mehr nicht. Zwei Sitze bleiben für den zweiten Wahlgang also noch offen.

Ebnat-Kappel: Bündner entscheidet das Rennen

Jon Fadri Huder (FDP) heisst der neue Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel.

Jon Fadri Huder (FDP) heisst der neue Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel.

Bild: PD

Ebnat-Kappel braucht und hat einen neuen Chef: Er heisst Jon Fadri Huder. Der 54-jährige Freisinnige bringt Erfahrung in der Amtsführung mit: Er führt seit acht Jahren die Bündner Gemeinde Samedan, zuvor war er im Tourismus und im Versicherungswesen tätig gewesen. Huder liess seinen Kontrahenten Christian Schmid (FDP) deutlich hinter sich. Schmid ist Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident einer Immobilienfirma; in der Region ist er vor allem bekannt, da er mit Freunden das Bergrennen Hemberg wiederbelebt hat.

Die Wahl war nötig, da der bisherige Amtsinhaber Christian Spoerlé (SVP) seinen Rücktritt erklärt hat.

Bad Ragaz: Präsident hängt Schreiber ab und bleibt im Amt

Daniel Bühler, als Gemeindepräsident von Bad Ragaz bestätigt.

Daniel Bühler, als Gemeindepräsident von Bad Ragaz bestätigt.

Bild: PD

Brisant war die Ausgangslage in Bad Ragaz: Gemeindeschreiber Mario Bislin (CVP) hatte seinen Chef Daniel Bühler (FDP) herausgefordert – und ist am Sonntag unterlegen. Bühler bleibt Gemeindepräsident. Er holt 1321 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 1253. Sein Herausforderer kommt auf 1154 Stimmen.

Bühler und Bislin hatten sich im Wahlkampf nichts geschenkt. Bühler, 2012 als früherer Altstätter Stadtpräsident an die Spitze der Sarganserländer Kurorts gekommen, war bereits vor vier Jahren bei der Wiederwahl unter Druck geraten. Die Kritiker Bühlers werfen ihm eine angeblich wenig visionäre Amtsführung vor. Sein unterlegener Gemeindeschreiber Bislin hatte bereits einmal nach einem Gemeindepräsidium gegriffen – 2016 in Walenstadt; auch damals war er gescheitert.

Sargans: Der Bisherige ist der Neue

Der Sarganser Gemeindepräsident Jörg Tanner ist wiedergewählt.

Der Sarganser Gemeindepräsident Jörg Tanner ist wiedergewählt.

Bild: Markus Tofalo

Auch in Sargans musste der amtierende Gemeindepräsident Jörg Tanner (GLP) in eine Kampfwahl gehen – und auch er setzt sich durch. Tanner, der seinen Kantonsratssitz im Frühling verlor, erzielt einen deutlichen Vorsprung auf seinen parteiunabhängigen Herausforderer, den früheren GPK-Präsidenten Stephan Hager. Weshalb der 56-jährige Ingenieur und Carchauffeur dem Amtsinhaber den Sitz streitig machte, erschloss sich im Wahlkampf nicht.

Eine Abwahl gibt es im Gemeinderat: Hans Bärtsch schafft die Wiederwahl nicht. Der CVP-Mann verliert gegen Andrea Büsser – die Konkurrentin aus seiner eigenen Partei. Sowohl Bärtsch wie Büsser übertreffen das absolute Mehr, aber Bärtsch scheidet überzählig aus.

Vilters-Wangs: Alle fünf Kandidierenden gehen leer aus

Patrik Schlegel (parteilos) liebt im Rennen ums Gemeindepräsidium deutlich vorn.

Patrik Schlegel (parteilos) liebt im Rennen ums Gemeindepräsidium deutlich vorn.

Bild: PD

Eine fast schon rekordverdächtige Zahl Kandidierender wollte in der Sarganserländer Gemeinde den beliebten langjährigen Präsident Bernhard Lenherr beerben. Und so kommt es, wie so oft bei dieser Ausgangslage: Keiner der fünf Interessierten schafft die Wahl. Allerdings schwingt einer haushoch obenaus, der amtierende Gemeindeschreiber Patrik Schlegel (bislang FDP, nun parteilos). Er holt 1028 Stimmen, das absolute Mehr liegt bei 1106. Dahinter klafft eine grosse Lücke und erst dann folgen Katrin Thuli, parteilos, Geschäftsführerin der Pro Infirmis Graubünden (453 Stimmen), Jörg Frey, parteilos, Ingenieur (319 Stimmen), Jens Jäger, FDP, Kantonsrat und Primarlehrer (270 Stimmen) und Marc Kellenberger, Polizist und Präsident der SVP Sarganserland (134 Stimmen).

Der Vorsprung von Schlegel auf das restliche Feld ist fast schon erdrückend. Es ist nicht anzunehmen, dass alle fünf auch zum zweiten Wahlgang antreten.

Wartau: Tinners Nachfolge ist noch offen

Andreas Bernold (FDP) hat das Wartauer Gemeindepräsidentenamt knapp verpasst.

Andreas Bernold (FDP) hat das Wartauer Gemeindepräsidentenamt knapp verpasst.

Bild: PD

In Wartau sollte am Sonntag die Nachfolge des heutigen St. Galler Regierungsrats und Volkswirtschaftsdirektors Beat Tinner (FDP) als Gemeindepräsident geklärt werden – doch sie ist es noch nicht. Keiner der drei Kandidaten reüssiert. Am knappsten verfehlt Andreas Bernold die Wahl. Der bisherige Vizepräsident und offizielle Kandidat der FDP führt Wartau seit Tinners Auszug aus dem Gemeindehaus. Sein Vorsprung auf den ebenfalls freisinnigen Melser Gemeindeprojektleiter Roland Kohler – ihn hatten SP und SVP ins Rennen geschickt – ist deutlich. Klar abgeschlagen ist der dritte Kandidat Martin Graf, Präsident der evangelischen Kirchgemeinde. Der ehemalige Freisinnige trat als Unabhängiger an.

Rüthi: Eine Frau hat klar die Nase vorn

Irene Schocher (FDP) liegt im Rennen ums Gemeindepräsidium von Rüthi deutlich vorn.

Irene Schocher (FDP) liegt im Rennen ums Gemeindepräsidium von Rüthi deutlich vorn.

Bild: PD

In Rüthi drängen drei Frauen an die Spitze, doch am Wochenende hat keine die Wahl geschafft. Doch es gibt eine klare Favoritin: Die Warenhaus-Geschäftsleiterin und Ortsgemeinde-Vizepräsidentin Irene Schocher (FDP) erzielt fast doppelt so viele Stimmen wie ihre beiden Konkurrentinnen Simona Schawalder und Monika Eggenberger zusammen.

Der Ausgang des ersten Wahlgangs dürfte vor allem für Monika Eggenberger (SVP) bitter sein. Die Gemeinderätin leitet seit dem vorzeitigen Rücktritt von Gemeindepräsident Philipp Scheuble (CVP) die Gemeinde interimsmässig. Nun macht sie das schlechteste Resultat der drei Kandidatinnen. Die Juristin Simona Schawalder (CVP) erzielt 20 Stimmen mehr als Monika Eggenberger.

Balgach: Gemeindepräsidentin sitzt fest im Sattel

Silvia Troxler, Balgacher Gemeindepräsidentin, setzt sich gegen den Konkurrenten durch.

Silvia Troxler, Balgacher Gemeindepräsidentin, setzt sich gegen den Konkurrenten durch.

Bild: Max Tinner

Silvia Troxler bleibt Gemeindepräsidentin von Balgach. Die parteilose Unternehmensberaterin steht seit 2012 an der Spitze der Rheintaler Tiefsteuergemeinde. Sie setzt sich mit 1018 von 1787 gültigen Stimmen gegen ihren Herausforderer Reto Schmidheiny. Der FDP-Gemeinderat macht 750 Stimmen. Er war von einem überparteilichen Komitee von SVP und FDP portiert worden und sollte den vermissten Schub in Verkehrs- und Bauprojekte bringen. Bei ihrem Amtsantritt war Troxler vor allem von SP und SVP unterstützt worden, heute kann sie auf die Stimmen der CVP bauen.

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Linda Müntener