«Den schickst du nicht zurück»

ST. GALLEN. Bei Arbeitgebern herrscht oft Skepsis, wenn sie einen asylsuchenden Jugendlichen anstellen sollten: Hanspeter Müller, Inhaber der Schreinerei HP Müller AG in St. Gallen, hat nur positive Erfahrungen gemacht. Die Stadt St.

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ST. GALLEN. Bei Arbeitgebern herrscht oft Skepsis, wenn sie einen asylsuchenden Jugendlichen anstellen sollten: Hanspeter Müller, Inhaber der Schreinerei HP Müller AG in St. Gallen, hat nur positive Erfahrungen gemacht. Die Stadt St. Gallen fragte, ob er einen minderjährigen Asylsuchenden anstellen würde. Müller sagte zu, einen Eritreer für einige Wochen zu beschäftigen. Der junge Mann sei motiviert gewesen, sehr intelligent und habe schnell gelernt – «williger als mancher Schweizer», so Müller. Nach einigen Wochen habe der älteste Mitarbeiter zu ihm gesagt: «Den schickst du nicht zurück.» Müller behielt den jungen Eritreer: «Er war eine Stütze im Betrieb.» Die Lehre schloss er als Viertbester im Kanton ab.

Potenzial vorhanden

Es sei gut, wenn sich die Gemeinden an die Arbeitgeber wandten und Stellen für unbegleitete minderjährige Asylsuchende suchten, findet Müller: «Potenzial ist vorhanden. Wenn solche Leute in die Schweiz kommen, können wir es gemeinsam schaffen.» Für den Besuch der Gewerbeschule sind oft zusätzliche Deutschkurse nötig.

«Arbeit ist Menschenwürde»

Regierungsrat Fredy Fässler sagte, der Kanton sei daran, mit den Gemeinden einen Weg zu finden, jugendliche Asylsuchende aufzunehmen. Denn: «Das ist eine originäre Aufgabe der Gemeinden.» Gemeinden seien prädestiniert dazu, dank ihrer Nähe zu Arbeitgebern, Stellen zu finden, sagt Fässler. Wichtig sei, die Jugendlichen in den Arbeitsprozess zu integrieren – Arbeit sei auch Menschenwürde. (mw)