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Den eigenen Bruder sexuell missbraucht

Gerichtsverhandlung Vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland haben sich am Donnerstag zwei Brüder zu verantworten. Die Anklage wirft ihnen zahlreiche kinderpornographische Delikte vor.

Gerichtsverhandlung Vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland haben sich am Donnerstag zwei Brüder zu verantworten. Die Anklage wirft ihnen zahlreiche kinderpornographische Delikte vor. Der Jüngere der beiden soll minderjährige Buben, die er im Internet kennenlernte, zu sexuellen Handlungen verleitet haben – dies in einer Vielzahl von Fällen und über einen Zeitraum von rund zwei Jahren hinweg. Er lernte die Opfer jeweils über Spielplattformen kennen, baute Vertrauen auf und verleitete sie dann in mehreren Dutzend Fällen zu sexuellen Handlungen an sich selbst, so der Vorwurf. Die einschlägigen Taten soll er fallweise auch auf seinem Computer aufgezeichnet haben.

Dabei steht auch der Vorwurf der mehrfachen Nötigung im Raum sowie jener der Herstellung von Pornographie. Die Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Haft sowie eine stationäre therapeutische Massnahme nach Artikel 59 des Strafgesetzes. Dieser sieht vor, einen Täter auch nach Ablauf seiner Strafe weiter in Haft halten zu können, wenn die Therapie bis dato erfolglos blieb. Er ist umgangssprachlich als «kleine Verwahrung» bekannt. Dem drei Jahre älteren Bruder, einem heute 30-Jährigen, legt die Anklage zur Last, er habe an seinem Bruder sexuelle Handlungen vorgenommen. Dies über einen Zeitraum von fast zwei Jahren hinweg und teils mehrfach pro Woche. Zudem soll er in Einzelfällen an den einschlägigen Internet-Sitzungen seines jüngeren Bruders mitgewirkt haben, indem er ihm Hinweise gab, welche sexuellen Handlungen die Opfer an sich selbst vornehmen sollten.

Freiheitsstrafe und ambulante Therapie

Ferner steht der Vorwurf im Raum, er habe durch das Herunterladen aus dem Internet kinderpornographische Aufnahmen erstellt sowie seinem Bruder solche zur gemeinschaftlichen Befriedigung gezeigt. Die Anklage fordert in diesem Fall eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie eine ambulante therapeutische Massnahme. Dieses zweite Verfahren findet als so genannt abgekürztes Verfahren statt, da der Beschuldigte der Anklageschrift bereits vorab zustimmt hat. (rm)

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