Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Den Auftrag in vollem Masse erfüllt»: Heidi Eisenhut stellt ihr neues Buch über die Zellweger-Dynastie in Trogen vor

Am Dienstag wurde Heidi Eisenhuts Buch «Wunderlich kommt mir die Baute vor» der Öffentlichkeit vorgestellt. Es erzählt die Geschichte des Trogner Fünfeckpalasts und der Familie Zellweger. Landammann Alfred Stricker fand lobende Worte.
Claudio Weder
Autorin und Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut stellt in der Kirche Trogen ihr neues Buch vor. (Bild: Claudio Weder)

Autorin und Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut stellt in der Kirche Trogen ihr neues Buch vor. (Bild: Claudio Weder)

Eugen Zellweger, geboren in den 1860er-Jahren, hatte kein leichtes Leben. Er war der Urenkel von Johann Caspar Zellweger-Gessner, des Bauherrn jenes markanten fünfeckigen Gebäudes, das seit Anfang des 19. Jahrhunderts die Dorfkulisse Trogens prägt. Doch die kaufmännische Welt seiner Eltern schien Eugen Zellweger nicht zu interessieren. Schon als Jugendlicher war ihm Kunst und Kultur wichtiger. Seine mädchenhaften Züge liessen bald erahnen, dass er homosexuell war. Am Ende schob man ihn in die Heil- und Pflegeanstalt Herisau ab, wo er in den letzten Jahrzehnten seines Lebens zum geradezu besessenen Familienchronisten wurde. Er verstarb 1941.

Die tragische Lebensgeschichte von Eugen Zellweger ist nur eine von vielen Erzählungen aus Heidi Eisenhuts Buch «Wunderlich kommt mir die Baute vor», welches am Dienstag in Trogen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das Werk ist zum einen ein architektonischer «Reiseführer» durch die Räume des geschichtsträchtigen Trogner Fünfeckpalasts. Zum anderen ist es ein Erzählband, der die Geschichten derjenigen Personen dokumentiert, welche das markante Gebäude seitlich des Landsgemeindeplatzes einst bewohnten – oder noch immer bewohnen.

Der Kanton als Herausgeber

In jenem Umfeld hätte denn auch die Buchvorstellung stattfinden sollen. Das Interesse war letztlich aber so gross, dass die Feier kurzfristig in die Kirche verlegt wurde – und diese war zu bis zur Empore gefüllt.

Das Buch sei umfangreicher geworden als geplant, sagte Heidi Eisenhut in Anspielung auf das 528 Seiten umfassende Werk. Dass es nun vorliegt, sei für sie ein besonderer Moment: «Fast versteinert war ich, als ich am Montag dem Lastwagen zusah, der vor dem Fünfeckpalast ein Palett mit Büchern ablud. Ich konnte es gar nicht realisieren.»

Dennoch war es nicht die Autorin und Leiterin der Kantonsbibliothek, die das erste Exemplar ihres Buches in den Händen halten durfte. Landammann Alfred Stricker war ihr zuvor gekommen. Wohl nicht ohne Grund war auch er es, der am Dienstagabend in der von Margrit Bürer, Leiterin des Amts für Kultur, moderierten Gesprächsrunde als Erster die Gelegenheit erhielt, einige Worte zum Buch zu sagen. Nach ihm sprachen in dieser Reihenfolge auch die Autorin selber, Verleger Marcel Steiner, Lektor Ruedi Weidmann sowie Gestalter Louis Hua über die Entstehung des Werks.

Dass der Kanton Appenzell Ausserrhoden als Herausgeber des Buches auftritt, sei vor allem der «Verheiratung zwischen der Öffentlichkeit und dem Fünfeckpalast» geschuldet, wie es Stricker ausdrückte. Der Kanton habe den Auftrag, das kulturelle Erbe des Fünfeckpalasts, der seit 1991 im Besitz des Kantons ist, aufzubereiten und öffentlich zugänglich zu machen.

«Bevor die Regierung über die Zukunft des Fünfeckpalastes entscheiden kann, müssen wir zuerst mehr über dessen Vergangenheit erfahren», sagte Stricker. Diesen Auftrag habe die Autorin «in vollem Masse» erfüllt.

«Ein wundersames und inspirierendes Buch»

Der Wert des Buches gehe weit über den Fünfeckpalast und seinen «Inhalt» hinaus. Stricker nannte als Beispiele die gesellschaftspolitischen Gedanken und Auseinandersetzungen, die zwischen den Buchdeckeln zu finden seien, wertvolle Muster, die einen dazu anregen, über das Leben nachzudenken sowie letztlich auch Parallelen zwischen heute und früher, die Eisenhut in ihrem Werk präzise aufzeige.

Alles in allem sei ihr ein «wundersames» und «inspirierendes» Buch über einen Teil des Appenzellerlandes gelungen, den man sich nicht entgehen lassen dürfe.

Hinweis Heidi Eisenhut: «Wunderlich kommt mir die Baute vor» – Der Fünfeckpalast in Trogen und die Familie Zellweger, Appenzellerverlag, 528 Seiten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.