Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

DEMONSTRATION: Buhrufe – Signal ans Parlament

Die Kundgebung des St. Galler Staatspersonals ist mit Pfiffen, Rufen und Applaus emotionsgeladen. 3000 Lehrer, Polizisten und Pflegekräfte nehmen an der Demonstration teil.
Katharina Brenner
Hunderte hellgrüne Ballons und ein grosses, pinkfarbenes Schwein: Farbenfroh tat das St. Galler Staatspersonal am Donnerstagabend seine Meinung kund. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 20. April 2017))

Hunderte hellgrüne Ballons und ein grosses, pinkfarbenes Schwein: Farbenfroh tat das St. Galler Staatspersonal am Donnerstagabend seine Meinung kund. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 20. April 2017))

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch

Über der Bühne schwebt ein grosses, pinkfarbenes Ballonschwein. Es ist kein freundliches Tier. Es zeigt seine Zähne. «Stopp der Sparschweinerei» steht auf seinen Seiten. Auf der Bühne vor dem Vadian-Denkmal steht Maria Huber, Präsidentin der Personalverbändekonferenz des Kantons St. Gallen und spricht von der «Sparwut» des Kantonsrats. «Buh», ruft die Menge. Das macht sie oft an diesem Donnerstagabend. Immer dann, wenn von den uneingelösten Versprechen der Politik die Rede ist. Oder von der Geringschätzung, mit der das Pflegepersonal, die Lehrer und die Polizisten im Kanton behandelt werden. Oder davon, dass die rund 22 000 Aktivversicherten St. Galler Staatsangestellten die Renten der bereits Pensionierten finanzieren müssten – «buh», «buh» und nochmals «buh». Neben diesen Rufen gibt es aber auch Applaus. Und zwar immer dann, wenn von der Hoffnung auf eingelöste Versprechen die Rede ist. Oder von der Leistung des Pflegepersonals, der Lehrer und der Polizisten. Oder von ihrem Anspruch auf die 200 Millionen Franken für die Pensionskasse – Applaus, Applaus, Applaus.

Sie sei überwältigt, wie viele Menschen gekommen sind, sagt Maria Huber. Das Bild erinnere sie an die letzte grosse Kundgebung vor fünf Jahren, als 5000 Staatsangestellte hier auf der Marktgasse standen. Am Donnerstag sind es nicht ganz so viele: rund 3000. «Fang doch schon mal an zu zählen», sagt eine Mutter zu ihrem Bub, fünf, sechs Jahre alt, auf dem Gallusplatz. Dort haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 17 Uhr versammelt. Der Bub steht auf der Bank bei der Linde. Auf den Vorschlag seiner Mutter hin sagt er nichts und blickt weiter über den Platz auf die grösser werdende Menschenmenge.

Pünktlich zum Start kommt die Sonne heraus

Gegen 17.15 Uhr setzt sich die Masse in Bewegung, langsam und ruhig. Die Stimmung ist friedlich. Zwischendurch ertönen Trillerpfeifen. Eine Frau isst eine Bratwurst. Viele Teilnehmer tragen eine Mütze, ein kalter Wind weht – aber pünktlich zu Beginn der Kundgebung kommt die Sonne heraus. Einige Fenster sind geöffnet, Anwohner beobachten die Demonstration. Aus einem Erker winkt ein Mädchen, einige winken zurück.

Der letzte Redner ist Benno Lindegger, der Präsident des St. Galler Kantons- und Gemeindepersonals. Er weist darauf hin, dass es nicht um die Sanierung der Pensionskasse, sondern um die miserable Ausfinanzierung des Kantons im Jahr 2014 gehe. Und nun seien die 200 Millionen Franken Nachschüsse zur Zahlung fällig. «Das ist also ganz einfach.» Applaus.

Während Lindegger redet, werden in der Menge hellgrüne Luftballons verteilt. Die Kundgebung endet, als die Ballons in die Luft steigen – vorbei am grossen, pinkfarbenen Schwein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.