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DEMENZ: Wenn das Gedächtnis früh nachlässt

Zum ersten Mal findet heute in St.Gallen die Gesprächsgruppe des Vereins Mosaik für jüngere an Demenz Erkrankte statt. Es ist eines der Projekte, welche die St.Galler Kantonalbank ausgezeichnet hat.
Katharina Brenner
Gemeinsame Wanderungen und Ausflüge könnten Teil des Programms von «Mosaik» werden. (Bild: Photo Gartner/Getty)

Gemeinsame Wanderungen und Ausflüge könnten Teil des Programms von «Mosaik» werden. (Bild: Photo Gartner/Getty)

Nach Schätzungen der Schweizerischen Alzheimervereinigung leben heute 119'000 Menschen mit Demenz in der Schweiz. Im Kanton St.Gallen sind 6600 Menschen an einer Demenz erkrankt. Davon sind schätzungsweise 160 jünger als 65 Jahre. Während ihrer Arbeit stellten die diplomierten Pflegefachfrauen Cristina De Biasio Marinello und Ulla Ahmann fest: «Es gibt viele Angebote für betagte Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Doch es gibt kaum welche für unter 65-Jährige.» Deren Bedürfnisse würden sich wesentlich unterscheiden von denen der älteren Generation. «Diese Menschen leben zu Hause, sie möchten weiterhin am öffentlichen Leben teilhaben und suchen häufig den Kontakt mit anderen Betroffenen in ihrem Alter.» Cristina De Biasio Marinello und Ulla Ahmann arbeiten beide seit Langem mit Menschen, die an Demenz ­erkrankt sind und deren Angehörigen.

Kurz nach der Gründung ausgezeichnet

Der Mangel an Angeboten für diese Personen brachte Ahmann und De Biasio Marinello auf eine Idee. «Wir wollten ein Angebot schaffen für jüngere, an Demenz erkrankte Personen.» Damit sind Betroffene gemeint, die vor oder kurz nach dem Pensionsalter an einer Demenz erkranken. Seit August 2015 betreuen Ahmann und De Biasio Marinello bereits eine entsprechende Angehörigengruppe der St.Galler Alzheimervereinigung. Im vergangenen Jahr gründeten sie den Verein Mosaik, dessen Co-Präsidentinnen sie sind. Prompt wurde er ausgezeichnet. «Mosaik» ist eines der Projekte, welches die St.Galler Kantonalbank (SGKB) anlässlich ihres Jubiläums finanziell unterstützt. «Für uns ist das eine geniale Situation», sagt Ahmann. Die Mittel der SGKB ermöglichten es dem Verein, starten zu können. Die erste Projektphase wurde bereits umgesetzt, eine Homepage ist entstanden und Flyer wurden gedruckt.

Als erstes Angebot beginnt heute in St.Gallen eine Gesprächsgruppe für jüngere Menschen mit Demenz (siehe Kasten). Diese Gruppe führt «Mosaik» in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Alzheimervereinigung. Vier Personen hätten sich bereits angemeldet, es könnten gerne mehr werden, sagt Ahmann. Für die meisten sei es ­gerade im Anfangsstadium sehr schwierig, die Krankheit zu akzeptieren, den langsamen Verlust der Gedächtnisleistungen. Die Gruppe biete die Möglichkeit, sich mit der neuen Lebenssituation auseinanderzusetzen.

Wenig konkrete Plane, aber viele Ideen

Neben den Gesprächsgruppen sind im Juni Museumsbesuche im Zeughaus Teufen für Menschen mit Demenz geplant. Weitere konkrete Pläne gibt es bisher nicht, doch Ulla Ahmann und Cristina De Biasio Marinello haben viele Ideen: Wanderungen oder Ausflüge, gemeinsames Kochen, Singen und Kreativangebote. «In unserer Erfahrung mit an Demenz erkrankten Menschen haben sich diese Angebote bewährt», sagen die beiden. Ob diese Angebote tatsächlich ein Teil von «Mosaik» werden, ist noch offen. Das möchten die Co-Präsidentinnen schrittweise gemeinsam mit Betroffenen und deren Angehörigen entscheiden.

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