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DEMENZ: Hilfsangebot aus der Region

Im Juli eröffnen im Kanton St. Gallen und in den beiden Appenzell regionale Infostellen für Demenz. Betroffene und Angehörige erhalten dort Unterstützung. Es ist das erste Angebot dieser Art in der Schweiz.
Nina Rudnicki
An Demenz Erkrankte haben ein eingeschränktes Erinnerungs- und Denkvermögen und sind auf Hilfe angewiesen. (Bild: Fred Froese/Getty)

An Demenz Erkrankte haben ein eingeschränktes Erinnerungs- und Denkvermögen und sind auf Hilfe angewiesen. (Bild: Fred Froese/Getty)

Nina Rudnicki

ostschweiz@tagblatt.ch

Wer im Internet nach Erklärungen und Angeboten für Alzheimer oder Demenz sucht, der gelangt auf Hunderte Seiten mit unterschiedlichsten Infos. Meist finden Betroffene, Angehörige und Fachpersonen in dieser Fülle aber nicht, wonach sie gesucht haben. Unbeantwortet bleibt, wer in einer Wohnumgebung in welchem Stadium der Krankheit die richtige Hilfe und Unterstützung bieten kann. Im Juli eröffnen daher im Kanton St. Gallen und den beiden Appenzell insgesamt zehn regionale Infostellen Demenz. Sie sind vom Linth-Gebiet über das Rheintal und die Stadt St. Gallen bis ins Toggenburg und ins Appenzellerland verteilt und werden gemeinsam von Pro Senectute und der Alzheimervereinigung St. Gallen-Appenzell betrieben. Damit nehmen die drei Kantone in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein. Denn regional verankerte Infostellen Demenz gibt es laut Regula Rusconi, Geschäftsleiterin von Alzheimer St. Gallen-Appenzell, bislang landesweit keine. Dabei sind diese dringend nötig. Per Telefon können Betroffene oder Angehörige ihre Fragen und Probleme schildern und erfahren dann etwa, welche Institutionen wie Tagesstätten und Entlastungsmöglichkeiten es in ihrer unmittelbaren Umgebung gibt.

Im Laufe der Krankheit stellen sich ganz unterschiedliche Fragen und der Bedarf an Hilfe verändert sich. «Am Anfang der Krankheit ist beispielsweise die Spitex kaum Thema», sagt Rus-coni. «Da stehen eher Beratung zum Vorsorgeauftrag, Therapiemöglichkeiten und Patientenverfügung im Vordergrund.» Auch haben Seniorinnen und Senioren andere Fragen als Jungbetroffene, wozu Personen ab 55 Jahren zählen. Letztere stehen beispielsweise noch im Berufsleben und brauchen nun IV-Abklärungen.

Trotz Demenz ins Café und Museum

Eine Stärke der regionalen Infostellen ist, dass die jeweiligen Beraterinnen und Berater mit den Demenzangeboten der Region vertraut sind. Wer sie kontaktiert, bekommt detaillierte Angaben und Empfehlungen. Ausserdem wissen sie über Veranstaltungen Bescheid, wie die regelmässigen Treffen des «Cafés TrotzDem» in St. Gallen, Museumsbesuche und Theaterprojekte.

Die Beratung durch die regionalen Infostellen ist kostenlos. Diese Dienstleistung wird durch Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert. In jeder Regionalstelle ist wochentags während den Bürozeiten eine Beraterin oder ein Berater per Telefon erreichbar. Die Infostellen Demenz sind am jeweiligen Standort der Pro Senectute angesiedelt. Von dieser Zusammenarbeit profitiert sowohl die Pro Senectute als auch die Alzheimervereinigung St. Gallen-Appenzell. Letztere kann das starke Netzwerk von Pro Senectute nutzen, welche die grösste Schweizer Fach- und Dienstleistungsorganisation für Altersfragen ist. Und Pro Senectute bekommt laut Thomas Diener, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Pro Senectute Kanton St. Gallen, im Gegenzug mit der Alzheimervereinigung St. Gallen-Appenzell eine Spezialistin im Bereich Demenz.

Verunsicherungen aus dem Weg räumen

Die kommenden Wochen werden die beiden Organisationen dafür nutzen, in den drei Kantonen Broschüren und Flyer der neuen Infostelle zu streuen. Diese werden in Arztpraxen, bei Fachstellen und Institutionen aufliegen. Wie viele Betroffene, Angehörige und Fachleute sich in Zukunft an die neuen regionalen Infostellen wenden werden, ist schwer abzuschätzen. Dass diese aber ein Bedürfnis in der Bevölkerung abdecken, davon sind Rusconi und Diener überzeugt. Einerseits muss aufgrund der demografischen Entwicklung in Zukunft mit einem Anstieg der Zahl demenzerkrankter Menschen gerechnet werden. Andererseits wurden Demenz und Alzheimer in den vergangenen Jahren medial stark thematisiert, wodurch auch Verunsicherungen entstanden sind. Eine Folge davon sind viele Fragen.

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