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Interview

Rechtsanwalt und Leiter HEV: "Dem schlechten Geld nicht gutes Geld hinterher werfen"

Trau, schau, wem: Das gilt besonders für Vermieter. Wer Pech hat, kann viel Geld verlieren. Thomas Dufner ist Rechtsanwalt und Geschäftsstellenleiter des Thurgauer Hauseigentümerverbandes. Im Interview erklärt er, warum es sinnvoll ist, eine Referenz des vorherigen Vermieters einzuholen.
Ida Sandl

Miete nicht bezahlt, Wohnung verwüstet und über alle Berge. Hören Sie das oft?

Nein. Dass diese drei Sachen zusammen kommen, passiert im Thurgau zum Glück selten.

Wie kann sich ein Vermieter vor unliebsamen Überraschungen schützen?

Thomas Dufner. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Thomas Dufner. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Bevor man einen Mietvertrag abschliesst, sollte man sich gut über zukünftige Mieter informieren. Ich empfehle, sich den Auszug des Betreibungsregisters geben zu lassen und eine Referenz des vorherigen Vermieters einzuholen.

Ist die Referenz des vorherigen Vermieters wichtiger als die des Arbeitgebers?

Ich halte sie für aussagekräftiger. Meistens fallen solche Mieter ja nicht zum ersten Mal negativ auf. Über die finanzielle Situation gibt bereits der Auszug aus dem Betreibungsregister Auskunft.

Der zeigt aber nur die Schulden aus dem Einzugsgebiet des jeweiligen Betreibungsamtes?

Das ist im Moment leider so. Es gibt aber Bestrebungen, es zu ändern. Der Vermieter sollte darum die Betreibungsregister-Auszüge der letzten drei oder vier Jahre verlangen.

Was kann der Vermieter tun, wenn der Schaden in der Wohnung bereits entstanden ist?

Er sollte bei der Gemeinde, in der die Wohnung liegt, eine amtliche Abnahme beantragen. Dann kommt jemand vorbei, der die Mängel feststellt. Dann muss der Vermieter sofort mit Einschreibebrief Mängelrüge beim Mieter erheben. Danach wird dem Mieter ein Zahlungsbefehl zugestellt. Kann er nicht zahlen, erfolgt ein Pfändungsbeschluss, falls es etwas zu pfänden gibt.

Reichen Fotos von den Schäden nicht aus?

Das liegt in der Zuständigkeit des jeweiligen Gerichts, falls es so weit kommt. Mit einer amtlichen Mängel-Abnahme hat man aber bessere Chancen, denn der Vermieter muss beweisen, dass sein Objekt verwüstet wurde.

Wie viel Geld und Zeit lohnt es sich, zu investieren?

Das sollte man im Vorfeld gut abklären. Damit man schlechtem Geld nicht noch gutes Geld hinterher wirft. Oder mit anderen Worten, wer nichts hat, kann auch nicht zahlen. Es lohnt sich für den Vermieter, sich fachkundigen Rat zu holen. Beispielsweise beim Hauseigentümerverband oder bei einem Anwalt.

Zahlt jemand seine Parkbusse nicht, beginnt ein Verfahren. Freche Mieter können dagegen ungeschoren davonkommen.

Das ist so. Aber es sind auch zwei verschiedene Dinge. Bei der Parkbusse ist der Staat betroffen. Er sorgt dafür, dass seine Schulden bezahlt werden. Bei Mietstreitigkeiten stehen sich dagegen zwei private Parteien gegenüber. Das Risiko trägt in diesem Fall der Vermieter.

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