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Delfine brauchen keinen Sonnenschutz

LIPPERSWIL. Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum hat die Delfinhaltung im Conny-Land kritisiert. Der Thurgauer Kantonstierarzt weist die Vorwürfe zurück: Die gesetzlichen Mindestanforderungen würden eingehalten.
Yvonne Bugmann
Tiere in Gefangenschaft brauchen Unterhaltung. (Bild: Reto Martin / Archiv)

Tiere in Gefangenschaft brauchen Unterhaltung. (Bild: Reto Martin / Archiv)

Die Vorwürfe des deutschen Wal- und Delfinschutz-Forums (WDSF) sind happig: Die Delfine im Freizeitpark Conny-Land würden an Sonnenbrand leiden, da es keinen Schattenplatz gebe. Den Tieren werde Aas verfüttert, und das Futter müssten sie sich mit «Clownerien» verdienen. Zudem seien einzelne Delfine wohl krank, denn es sei beobachtet worden, dass sie zwangsgefüttert werden.

Experten befragt
Der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig ist den Vorwürfen nachgegangen. Und kommt zum Schluss: Die Behauptungen des WDSF lassen sich nicht erhärten. Witzig hat mehrere Experten befragt. Diese vertreten klar die Meinung, dass Delfinen nicht zwingend ein Schattenplatz zur Verfügung stehen müsse. Sonnenbrand sei bei Delfinen erst ein Problem, wenn die Haut zu wenig benetzt sei, etwa wenn die Tiere krank seien oder sie stranden. «Die Delfine im Conny-Land zeigen keinerlei klinische Anzeichen eines Sonnenbrands», heisst es in einer Mitteilung des Tierarztes.

Beschäftigungsprogramm
Die Delfine kriegen zwar tote Heringe zu fressen, allerdings in Lebensmittelqualität. Lebende Tiere dürfen gemäss Tierschutzgesetz nicht verfüttert werden. Zudem müssen Tiere in Gefangenschaft beschäftigt werden. Es mache Sinn, dass die Tiere für den Zugang zum Futter etwas leisten müssen, teilt der Tierarzt mit. Bei den «Clownerien» würden die Delfine arteigene Verhaltensmuster vorführen.

Witzig hält weiter fest, dass etwa die Anwendung einer Magenschlundsonde zum Training gehöre, damit der Zugang zum Tier auch im Krankheitsfall möglich sei.

Heikle Delfinhaltung
Im Connyland leben derzeit fünf Delfine, davon ein Jungtier. Die Delfinhaltung sei heikel, sagt Witzig. «In der Natur finden die freiheitsliebenden Tiere grosse Gebiete vor, in der Zoohaltung sind sie eingeschränkt.» Zudem sei die Delfinhaltung sehr emotional. «Alle fühlen sich angesprochen.» Deshalb überprüfe er auch regelmässig, ob die Tierschutzvorschriften eingehalten werden. «Wir erhalten viele Meldungen und Reklamationen, denen gehen wir jeweils sofort nach.»

Das Conny-Land in Lipperswil wird immer wieder kritisiert. 2002 wurde eine neue Lagune für die Delfine gebaut. Seither sei es ruhiger geworden, sagt Kantonstierarzt Witzig.

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