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Defizit von 6 Millionen Franken: Spitalregion Fürstenland Toggenburg greift zu drastischen Massnahmen

Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg befindet sich in einer angespannten finanziellen Situation. Das Jahr 2018 schloss sie mit einem Defizit von 6 Millionen Franken ab. Bauprojekte in Altstätten und Wattwil bleiben ausgesetzt. Ab November werden im Spital Wattwil keine Operationen mehr durchgeführt.
Im Spital Wattwil werden ab dem 1.November 2019 keine Operationen mehr durchgeführt. (Bild: Mareycke Frehner)

Im Spital Wattwil werden ab dem 1.November 2019 keine Operationen mehr durchgeführt. (Bild: Mareycke Frehner)

(pd/lw) Die finanzielle Situation der Spitalregion Fürstenland Toggenburg (SRFT) ist alarmierend. Gemäss Mitteilung des Verwaltungsrats der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen schloss sie das Jahr 2018 mit einem Defizit von rund 6 Millionen Franken ab. Die Mittelfristplanung zeige für die nächsten zehn Jahre ebenfalls negative Ergebnisse in einer ähnlichen Grössenordnung.

Nachdem sich die besorgniserregenden Resultate im Sommer 2018 abgezeichnet hatten, beauftragte der Verwaltungsrat die Geschäftsleitung der SRFT zusammen mit der Beratungsfirma PwC mit einem Sanierungsprojekt. Um die unmittelbare Überlebensfähigkeit der Spitalregion Fürstenland Toggenburg sicherzustellen, wurden zusätzliche Massnahmen erarbeitet, parallel zum laufenden Prozess zur Leistungs- und Strukturentwicklung (siehe Infobox unten).

Massnahmen aus dem Sanierungsprojekt:

  • Am Standort Wattwil werden ab 1. November 2019 keine Operationen mehr durchgeführt. Der Operationsbereich wird gänzlich nach Wil verlegt.
  • Die bisher eigenständige Überwachungsstation wird von vier auf zwei Betten reduziert und in die interdisziplinäre Bettenstation integriert.

Diese beiden Massnahmen sollen zu einer Reduktion im Bereich der Personalkosten sowie zur weiteren finanziellen Entlastung im Operationsbereich führen, heisst es in der Mitteilung.

Die Bauprojekte in Altstätten und Wattwil werden nicht weiter vorangetrieben. (Bild: Benjamin Manser)

Die Bauprojekte in Altstätten und Wattwil werden nicht weiter vorangetrieben. (Bild: Benjamin Manser)

Es wird weiterhin nicht gebaut

Nachdem die Spitalregion Fürstenland Toggenburg bereits seit Jahren ihren Betrieb laufend optimiert hat, hätten der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung SRFT ihren Handlungsspielraum weitgehend ausgeschöpft. Dazu schreibt der Verwaltungsrat der Spitalregion des Kantons St.Gallen:

«Es zeichnet sich ab, dass die Spitalregion kaum in der Lage sein wird, sich aus eigener Kraft und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kompetenzen nachhaltig und langfristig zu sanieren.»

Im Sanierungsprojekt wurden daher auch strategische und strukturelle Massnahmen erarbeitet, die nun in die entsprechenden Teilprojekte des laufenden Projekts «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde: Leistungs- und Strukturentwicklung» einfliessen. Der Verwaltungsrat steht in engem Kontakt mit der Regierung.

Die Regierung hat auf Antrag der Verwaltungsräte der Spitalanlagegesellschaften entschieden, die Bauprojekte in Wattwil und Altstätten erst dann weiter voranzutreiben, wenn die überarbeitete Strategie der Spitalverbunde feststeht.

Die vom Verwaltungsrat getroffenen Massnahmen seien aus Sicht der Regierung in der aktuellen Situation «nachvollziehbar».

Zwischenstand des Strategieprojekts der Regierung

Der Lenkungsausschuss des Projekts «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde: Leistungs- und Strukturentwicklung» hat die erste Projektphase abgeschlossen. In dieser hat er die Grundlagen vertieft und erweitert sowie in Workshops die Inputs der verschiedenen Anspruchsgruppen eingeholt. Dazu zählen beispielsweise die Standortgemeinden, die niedergelassene Ärzteschaft und die nicht direkt in den Strategieprozess involvierten Spitalmitarbeitenden. Ausserdem hat der Lenkungsausschuss die Bevölkerung an acht Bevölkerungsgesprächen über das laufende Strategieprojekt informiert. Insgesamt kamen rund 3'300 Personen zu den Veranstaltungen.

Derzeit befindet sich das Projekt in der zweiten Phase: Der Lenkungsausschuss ist daran, die verschiedenen Konzepte zu konkretisieren.

1. Die Fachleute erarbeiten die Details zum 4-Standort-Konzept des Verwaltungsrates der Spitalverbunde (Teilprojekt 3).
2. Andererseits erarbeiten die Fachleute standortspezifische Alternativen mit einem angepassten ambulanten und/oder stationären Angebot für die fünf betroffenen Standorte. Dabei wurden die Vorschläge der Standortgemeinden und der Ärzteschaft miteinbezogen (Teilprojekt 4). 3. Schliesslich werden alle Geschäftsmodelle mit deren Auswirkungen dargestellt beziehungsweise die daraus entstehenden finanziellen Auswirkungen aufgezeigt und berechnet.

Die Regierung wird die Resultate des Projekts gemäss aktueller Planung im vierten Quartal 2019 der Öffentlichkeit präsentieren. Weitere Informationen zum Projekt sind auf spitalzukunft.sg.ch zu finden.

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