Debatte beginnt von vorne

APPENZELL. In Appenzell Innerrhoden soll eine Arbeitsgruppe klären, wie man in Sachen Hallenbad weiterfahren will. Das Parlament heisst dazu einen Kredit von 100 000 Franken gut.

Jesko Calderara / Roger Fuchs
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Legende (Bild: Hanspeter Schiess)

Legende (Bild: Hanspeter Schiess)

Zurück auf Feld 1: Nach dem Nein der Landsgemeinde zum Kredit für ein neues Hallenbad in Appenzell wird das Thema nun von Grund auf nochmals diskutiert. Der Grosse Rat hiess gestern einen Kredit von 100 000 Franken für die Einsetzung einer Arbeitsgruppe gut. Er folgte damit dem Antrag der Standeskommission. «Die Rückweisung der Kreditvorlage an der Landsgemeinde ist keine generelle Ablehnung», sagte Landammann Daniel Fässler. Vielmehr sei es ein Auftrag, das Geschäft zu überarbeiten. Die Arbeitsgruppe, deren Zusammensetzung noch unklar ist, wird den Auftrag haben, den Investitionsbedarf und die Betriebskosten verschiedener Varianten zu prüfen. Im Gespräch sind unterschiedliche Möglichkeiten, vom Verzicht auf ein Hallenbad über die Realisierung des bisherigen Projekts bis zu einem Bau an einem anderen Standort. Die Arbeit müsse mit offenem Ergebnis angegangen werden, betonte Fässler.

Weiteres Vorgehen noch offen

Die Resultate dieser Abklärungen sollen die Grundlage für das weitere Vorgehen bezüglich neuem Projekt und Trägerschaft bilden. Fässler geht davon aus, dass sich die Landsgemeinde frühstens 2017 wieder zur Angelegenheit äussern kann.

Diskussionen um Standort

Mehrere Redner begrüssten die vorübergehende Federführung der Standeskommission beim Thema Hallenbad. Im Grossen Rat entbrannte jedoch sogleich eine Diskussion um einzelne Punkte. Einige Grossräte wollten bestimmte Standorte von vornherein ausschliessen. Andere wiederum sprachen sich gegen die Sanierung des bestehenden Hallenbads aus. Auch zur Frage, wer künftig in der Arbeitsgruppe mitarbeitet, gab es Wortmeldungen. Ein Grossrat regte an, kritische Stimmen frühzeitig einzubeziehen.

Kloster bleibt unter Schutz

Aufatmen kann die Innerrhoder Standeskommission bezüglich Kapuzinerkloster: Der Grosse Rat entbindet die Exekutive vom Auftrag, die Schutzentlassung für das Kloster in Appenzell vorwärts zu treiben. Zuvor führte Bauherr Stefan Sutter die Ergebnisse zweier Gutachten aus: Demnach ist das Kloster als Ganzes schutzwürdig und eine Schutzentlassung nicht zielführend. Ein Umbau sei im Rahmen eines Gesamtkonzepts auch so möglich. Was nun mit dem Kloster passiert, bleibt offen.

Das alte Hallenbad in Appenzell ist seit Dezember 2014 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Seither wird der Bau oft als Ruine bezeichnet. (Bild: Roger Fuchs)

Das alte Hallenbad in Appenzell ist seit Dezember 2014 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Seither wird der Bau oft als Ruine bezeichnet. (Bild: Roger Fuchs)