«Dealer nisten sich ein»

Nachgefragt

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Die Beteiligten des Messerangriffs im St. Galler Linsebühl sind laut Polizeiangaben der örtlichen Drogenszene zuzurechnen. In den vergangenen sechs Monaten sei das Drogenmilieu im Quartier wieder gewachsen, bestätigt Jürg Niggli, Geschäftsleiter der Stiftung Suchthilfe St. Gallen.

Was wissen Sie vom Vorfall im Linsebühl vom Mittwochabend?

Ich habe nur davon gehört. Details kenne ich nicht. Insbesondere auch nicht das Motiv zur Tat.

Hat es Sie überrascht, dass so etwas in diesem Stadtquartier passiert?

Leider kann es durchaus auch das Linsebühl treffen.

Es ist also typisch für das Quartier?

Wenn Sie von der Gewalttat sprechen, muss ich widersprechen. Das ist nicht typisch für das Linse­bühl. Die letzten Gewalttaten in der Stadt St. Gallen haben beispielsweise in der Marktgasse und Webergasse stattgefunden. Es ist die erste Gewalttat seit ­langem im Quartier.

Dennoch hört man immer wieder, dass sich die Drogenszene im Quartier ausbreitet.

Das stimmt. Die Drogenhändler versuchen sich vermehrt, im Quartier einzunisten.

Eine neuere Erscheinung?

Die Stadtpolizei und die Stiftung Suchthilfe beobachten die Ausbreitung des Drogenmilieus im Linsebühl seit rund sechs Monaten. Die Polizei versucht sehr aktiv den Drogenhandel zu verhindern, und auch wir von der Suchthilfe arbeiten dagegen an. (tn)